In Remigen wird in den nächsten Jahren viel gebaut, viele Wohnungen entstehen. Im Gebiet Unterdorf werden 143 Wohnungen erstellt, wie die vorliegenden Baugesuche, die teilweise bereits bewilligt wurden, zeigen.

Ein derartiges Wachstum ist für eine kleine Gemeinde wie Remigen eine grosse Herausforderung. Etwas mehr als 1000 Einwohner zählt das Dorf heute. «Infolge der Bautätigkeiten rechnen wir mit einem starken Bevölkerungswachstum von rund 300 neuen Einwohnerinnen und Einwohnern», sagt Gemeindeschreiber Jonas Hürbin. «Genaue und verlässliche Zahlen sind leider schwer abzuschätzen.» In den nächsten 5 Jahren – so vermutet man – steigt die Bevölkerungszahl zwischen 25 bis 30 Prozent. «Dies entspricht in etwa 300 bis 350 neuen Einwohnern», sagt Hürbin. Dann allerdings ist das Potenzial beinahe ausgeschöpft. «Längerfristig dürfte sich das Wachstum abschwächen, da keine so grossen Baulandparzellen mehr verfügbar sind.»

Mehr Einwohner bedeutet auch, dass die Infrastruktur der Gemeinde stärker genutzt wird und ausgebaut werden muss. Investitionen sind nötig. Diesbezüglich ist die Gemeinde in der Planung. «Zum einen werden bauliche Massnahmen an den Infrastrukturanlagen der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung vorgenommen», führt Hürbin aus. «Als nächster Schritt wird der Gemeinderat den Platzbedarf der öffentlichen Bauten klären und die dafür notwendigen Massnahmen in die Wege leiten.»

Eine Chance für die Vereine

Entsprechend stehen kurzfristig hohe Investitionen in die Infrastruktur an. «Zusätzlich wird es eine Herausforderung sein, in der kurzen Zeit so viele neue Einwohner im Dorf aufzunehmen und im Dorfleben zu integrieren», gibt Hürbin zu bedenken. Er meint aber: «Dies bietet den Vereinen jedoch die Chance, neue Mitglieder anzulocken. Dadurch erhoffen wir uns auch eine Förderung des Vereinslebens.» Sowieso möchte der Gemeinderat gemäss Hürbin auch das Freizeitangebot in der Gemeinde ausbauen, allerdings nur, wenn dies finanziell tragbar ist.

Zudem erhofft sich die Gemeinde durch die Bautätigkeiten natürlich mehr Steuereinnahmen. «Dadurch sollten grössere Investitionen eher wieder möglich werden», argumentiert der Gemeindeschreiber. Weiter soll der neue Wohnraum älteren Menschen, aber auch jungen Familien zugutekommen. «Der neue Wohnraum gibt älteren Einwohnern die Möglichkeit, sich in einer altersgerechten Wohnung niederzulassen», sagt Hürbin. «Dies wiederum gibt jungen Familien Chancen, ein Eigenheim in Remigen zu beziehen.»

Besonders beschäftigen wird den Gemeinderat und die Schulpflege in den nächsten Monaten die Schulraumplanung. Die Schwierigkeit bestehe darin, dass nicht genau vorherzusehen ist, wie stark das Bevölkerungssegment im Alter zwischen 4 und 12 Jahren ansteigen wird, sagt Hürbin. «Diverse Szenarien bei einem rapiden Anstieg sind im Gemeinderat bereits vorbesprochen.»