Schinznach-Dorf
«Die Gäste zeigen sich durchs Band sehr zufrieden»

Ohne sie wäre der Besuch der Oper Schenkenberg nur halb so schön: 185 freiwillige Helferinnen und Helfer sorgen unter der Leitung von Peter Feller für das leibliche Wohl der Gäste. Zubereitet werden die Speisen von Köchen der Lenzburger «Krone».

Ursula Burgherr
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Kurz vor dem grossen Ansturm: Peter Feller und Gaby Forny vomGastroteam der Oper Schenkenberg mit Koch Lorenz Straub.

Kurz vor dem grossen Ansturm: Peter Feller und Gaby Forny vomGastroteam der Oper Schenkenberg mit Koch Lorenz Straub.

Ursula Burgherr

Ein Nachmittag kurz vor der Dernière von «Il Trovatore» in Schinznach-Dorf: Die Sitzbänke im Opernrestaurant «Il Giardino» sind noch leer. Aber drei Köche schwirren bereits seit 15 Uhr in der vollständig eingerichteten Cateringküche zwischen Schockfrostern, Kippern und Öfen umher. Ihnen steht ein Ansturm von einigen Hundert Gästen bevor.

Auf der Festspiel-Menükarte stehen an allen Tagen Risotto mit Ragout vom piemontesischen Wasserbüffel, Polenta mit Truthahn-Rollbraten und ein Vegi-Gericht. «Wir haben bisher sicher 500 Kilogramm Risotto zubereitet», meint Koch Lorenz Straub.

Das in der Lenzburger «Krone» vorbereitete Tiramisu wird angefahren und portioniert, der Vorspeisen-Salat angerichtet. Peter Feller, Oberflachser Gemeindeammann und Präsident des Vereins Oper Schenkenberg, agiert als Gastrochef und ist dafür besorgt, dass von insgesamt 185 Freiwilligen im Team täglich 49 Leute die Opernbesucherinnen und -besucher bewirten.

Viele starten direkt nach ihrer Arbeit in den Einsatz. Die ersten sausen schon herum – alle einheitlich angezogen. Im schwarzen «Il-Trovatore»-Shirt und roter Schürze geben sie auch optisch etwas her.

Jeden Abend finden vor dem Nachtessen Firmenapéros statt, das verlangt stetigen Nachschub an Getränken und Häppchen. Gaby Forny, Leiterin Bar, teilt um 17 Uhr die Crew an die beiden riesigen Bars ein. Dort ist vor allem in der Pause Hochbetrieb. Prosecco und Wein fliessen an jedem Vorstellungstag in Strömen – darunter eine Assemblage verschiedener Schinznacher Weinbauern, den es nur während der Spielzeit von «Il Trovatore» zu verkosten gibt.

«Die Leute geniessen die lauschigen Abende bei herrlichem Wetter, das hat sicher einen Einfluss auf die Konsumationen», meint Feller. Reklamationen musste er zu seiner Freude praktisch keine entgegennehmen: «Die Gäste zeigen sich durchs Band sehr zufrieden.»

Allerdings gibt es Stimmen, die Dreigang-Menüs seinen mit 30 bis 36 Franken zu teuer. Forny und Feller sind anderer Meinung: «Da ist ja auch der Service und die grosse Arbeit inbegriffen, die in der Zubereitung und dem Transport steckt. Wir finden die Preise in Ordnung.»

Das Hotel Krone verrechnet jedes Menü zum Einkaufspreis. «Am Schluss», ist sich Feller sicher, «wird das Gastroteam schwarze Zahlen schreiben.» Der Überschuss geht in die Kasse des Vereins Oper Schenkenberg, als Startkapital für die Recherchenarbeiten zur nächsten Oper. Ob sie in zwei oder drei Jahren stattfindet, ist offen. «Als Spielort steht der Raum Brugg zur Diskussion», so Feller.

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