Am Donnerstagabend haben die Projektverantwortlichen die Ergebnisse der zweiten Bevölkerungsumfrage verkündet: Sollten die Stimmbürger und der Grosse Rat Ja sagen zu einem Zusammenschluss von Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen (BEEH), so würde die neue politische Gemeinde ab 1. Januar 2022 Böztal und nicht wie in der ersten Umfrage ermittelt Oberes Fricktal heissen. An den bisherigen Ortsbezeichnungen, Adressen und Postleitzahlen wird sich mit der Fusion allerdings nichts ändern. Der neue Gemeindename Böztal wird nun im Fusionsvertrag ergänzt und zu einer letzten Überprüfung an den Kanton weitergeleitet. Mit diesem Schritt kommt ein langer Prozess auf die Zielgerade, der Jahre vor den offiziellen Fusionsabklärungen eingeleitet wurde, wie die folgende Chronologie aufzeigt:  

  • Juni 2007 Die Gemeindeammänner von Bözen, Effingen, Elfingen, Hornussen und Zeihen (BEEHZ) befassten sich mit einem allfälligen Zusammenschluss.
  • Herbst 2009 An den fünf Gemeindeversammlungen wurde ein Antrag unterbreitet, der die Gemeinderäte zur Weiterverfolgung des Projekts BEEHZ bis hin zum Fusionsvertrag beauftragen sollte. Der Souverän von Effingen und Elfingen stimmte dem Antrag zu. Die Versammlungen in Bözen und Hornussen wiesen den Antrag zurück und die Gemeinde Zeihen lehnte den Antrag mittels Referendumsabstimmung im März 2010 definitiv ab. 
  • 2012 bis 2014 Statt einer Fusion sollten die Zusammenarbeit intensiviert und ein Verwaltungsverbund (Ligado) abgeklärt werden. Die Verwaltung 3 plus der Gemeinden Bözen, Elfingen und Hornussen konnte ihre Arbeit Anfang 2014 aufnehmen. Der Gemeinderat Zeihen hatte sich im Februar 2012 und die Gemeinde Effingen aufgrund eines negativen Gemeindeversammlungsbeschlusses im November 2012 vom Projekt Ligado zurückgezogen.
  • Anfang 2013 Der damalige Neuzuzüger Manfred Trösch aus Bözen gründete mit sechs engagierten Bürgern die Interessensgruppe Oberes Fricktal (IG OF). Als Hauptziel verfolgte die IG OF die Fusion der vier Gemeinden BEEH.
  • 30. Oktober 2013 Die IG OF organisierte in Elfingen eine Podiumsveranstaltung «Fusion im oberen Fricktal?». Es referierten Regierungsrat Urs Hofmann und der damalige Vizeammann Thomas Meier aus Villigen. Nach der ersten Frage, was mit Zeihen sei, wurde die Diskussion im Plenum abgebrochen. Im Sommer 2014 war von der IG OF eine zweite Veranstaltung zum Thema Fusionsprozess vorgesehen. Diese fand jedoch nie statt.
  • Januar 2014 An der Fricktal-Konferenz kam zum Auftakt der neuen Amtsperiode die Idee auf, für BEEHZ gemeinsam ein Entwicklungskonzept erstellen zu lassen. Im September zog sich Zeihen zurück.
  • Frühjahr 2016 Die Resultate des BEEH-Entwicklungskonzepts wurden präsentiert. Dabei zeigte sich, dass alle vier Dörfer in einer ähnlichen Situation seien und der Standort «Oberes Fricktal» ein grosses Potenzial habe. Bevölkerungsumfrage zu Entwicklungsschwerpunkten.
  • Juni 2016 Sechs ehemaligen Gemeindeammännern und -räten aus Bözen ging es zu langsam vorwärts. Sie fürchteten eine Steuerhölle und forderten BEEH-Fusionsabklärungen. Der Vorstand der IG OF wollte, dass Arbeitsgruppen gebildet werden, um die Bevölkerung zu involvieren.
  • Juni 2017 An den BEEH-Gemeindeversammlungen hiessen die Stimmbürger den Antrag für Fusionsabklärungen gut.
  • Januar bis September 2018 Acht Arbeitsgruppen mit fast 100 Mitgliedern aus allen vier Dörfern befassten sich in acht Sitzungen intensiv mit einer Fusion. Mit der Leitung des Prozesses wurde die Firma von Jean-Claude Kleiner beauftragt.
  • Herbst 2018 Die Arbeitsgruppe «Namen, Wappen, Ortsteile, Postadresse, Vereine/Kultur» diskutierte über 80 Vorschläge für einen neuen Gemeindenamen. In einer ersten Umfrage konnte die Bevölkerung aus je vier Wappen- und Namensvorschlägen ihren Favoriten wählen. Eine Vorprüfung bei Bund und Kanton ergab in rechtlicher Hinsicht keine Einwände gegen die vier Gemeindenamen. Auf den Namen Oberes Fricktal entfielen 359 Stimmen der 760 Antworttalons. Für Rebthal sprachen sich 142 Personen aus, für Böztal 135 und für Unterberg 73.
  • Januar 2019 Bei der öffentlichen Präsentation des Schlussberichts in Effingen gab der Projektausschuss bekannt, dass er empfiehlt, der Fusion der Gemeinde Oberes Fricktal an vier separaten Gemeindeversammlungen am 27. Juni zuzustimmen.
  • Februar 2019 Gegen den neuen Gemeindenamen regte sich Widerstand in mehreren Gemeinden im oberen Fricktal, einem Gebiet das grösser ist als der Bann der BEEH-Gemeinden. Landammann Urs Hofmann empfahl den vier Gemeinderäten deshalb in einem Brief, mögliche Alternativen für den Namen Oberes Fricktal zu suchen, denn der Grosse Rat könne nur den ganzen Vertrag genehmigen.
  • April 2019 Der Projektverantwortlichen luden die Bevölkerung zu einer zweiten Gemeindenamen-Umfrage ein. Zur Auswahl standen die verbleibenden drei Vorschläge von der ersten Runde. Das Rennen machte diesmal Böztal. Von den 914 Antworttalons entfielen 369 Stimmen auf Böztal. Rebthal erhielt 272 Stimmen und Unterberg 232. Keinen dieser Vorschläge wollten 41 Teilnehmer. Der Name Böztal sei eine Fusion von Bözberg und Fricktal und könne örtlich eingeordnet werden, hiess es in den Unterlagen.