Über die beiden Kreditabrechnungen zum Ersatzneubau des Doppel-Kindergartens Bilander ist die Finanzkommission (Fiko) der Einwohnergemeinde Brugg nicht glücklich. Der Projektierungskredit von 68 000 Franken wurde um Fr. 11 735.35 und der Baukredit von 2,1 Mio. Franken um 165 450 Franken überschritten. Die Gründe dafür sind im Rechenschaftsbericht 2016 festgehalten. Dabei geht es unter anderem um Mehrkosten für den Vergleich zwischen Modul und System im Holzbau sowie für den Minergie-Nachweis.

Fiko-Präsident Willi Wengi nahm diese Kreditüberschreitungen an der letzten Einwohnerratssitzung zum Anlass, um den Wunsch nochmals anzubringen, dass ein Fiko-Vertreter künftig bei grossen Bauvorhaben in der Projektkommission mitwirken sollte, so wie das vom Stadtrat in der Vergangenheit in Betracht gezogen worden sei. «Aktuell wird das Schulhaus Stapfer für über 10 Mio. Franken umgebaut, und die Fiko ist wieder nicht dabei. Ich frage mich deshalb, was die Stadt Brugg unter einem grossen Bauprojekt versteht», so Wengi.

Zu den Aufgaben der Fiko gehöre es, die Rechnung und die Kreditabrechnungen zu prüfen und Antrag zuhanden des Einwohnerrats zu stellen. «Wir sind keine Geschäftsprüfungskommission», betont der Fiko-Präsident. Die Bildung einer Projektkommission sei Sache des Stadtrats und er bestimme über die jeweilige Zusammensetzung, fährt er fort.

Wichtig bei Bauten mit Wettbewerb

Wengi ist überzeugt, dass die Mitarbeit der Fiko beim Projekt Stapfer gut und sinnvoll wäre. Denn während der Umsetzungsphase gebe es immer wieder Entscheide, bei denen zwischen Sachzielen und finanziellen Zielen entschieden werden muss. «Viele Erklärungen sind dann bei der Schlussprüfung nicht mehr nötig. Die Mitwirkung der Fiko fördert das gegenseitige Vertrauen und die Zusammenarbeit im Hinblick auf gemeinsame Ziele», sagt Wengi. Das sei vor allem bei Bauprojekten wichtig, bei denen man bei der Freigabe die Details noch wenig kennt, und solchen, die aus Wettbewerben hervorgehen. Zum Umbau und zur Erweiterung des Schulhauses Stapfer gab es auch einen Wettbewerb.

Der Präsident würde die Mitarbeit einer Person der Fiko im Projektteam begrüssen, die – je nach Situation – auch nur sporadisch oder bei wichtigen Entscheiden dabei ist. Eine solche Zusammenarbeit gab es beispielsweise beim Bau des Schulhauses Bodenacker. Seither ist es im Bau-Ressort zu einem Wechsel gekommen, und auch bei der Abteilung Planung und Bau gab es einige personelle Wechsel in der Führung.

Nachdem Willi Wengi den Wunsch der Fiko an der Einwohnerratssitzung explizit geäussert hat, geht er nun davon aus, dass der Stadtrat den Kontakt mit der Fiko suchen wird. Dies bestätigt Stadtschreiber Yvonne Brescianini auf Nachfrage der az: «Der Stadtrat wird mit der Fiko Kontakt aufnehmen, um ihre Mitarbeit beim Umbau des Stapferschulhauses zu klären.»

Weiter sagt Brescianini: «Der Stadtrat hat die Fiko nicht bewusst von der Mitarbeit in der Projektleitung bei grossen Projekten ausgeschlossen.» Seit dem Stellenantritt des Leiters Projekte und Controlling nehme dieser bei grösseren Projekten jeweils in der Projektkommission Einsitz und lege sein Hauptaugenmerk dabei auf die Einhaltung der bewilligten Kredite.