Windisch
Die Feuerwehr kommt nicht nur wenns brennt

Rund um das Amphitheater zeigte die Feuerwehr Windisch-Habsburg-Hausen ihre Tätigkeiten einem grossen Publikum.

Irene Hung-König
Merken
Drucken
Teilen
Im Amphitheater wird eine verletzte Person wiederbelebt. Irene Hung-König

Im Amphitheater wird eine verletzte Person wiederbelebt. Irene Hung-König

Der Atemschutz kommt angefahren, macht beim Amphitheater Halt. Die Männer und Frauen steigen in voller Montur aus, mit Schutzausrüstung und Sauerstoffflasche. Sie erfahren von der Einsatzleitung, dass verschiedene Personen vermisst werden. Ein Seil wird an einem Baum festgebunden, daran halten sich die Feuerwehrleute fest, um die Orientierung nicht zu verlieren. Schritt für Schritt und immer zu zweit tasten sie sich ins Amphirund vor. Lautes Atmen durch die Sauerstoffmaske. «Das sieht jetzt lustig aus. Doch man stelle sich die Situation nachts vor, wenn es lärmig und rauchig ist», erklärt Moderator Reto Mohr.

Eine verletzte Person wird geborgen und der Ambulanz übergeben. Viele Zuschauerinnen und Zuschauer schauen sich die Schlussübung an und erklären ihren Kindern, dass diese Szenen gestellt sind. Dann ein weiterer Notfall: ein Feuerwehrmann ist bei der Arbeit kollabiert und muss behandelt werden. Nun kommt der Reservetrupp zum
Einsatz.

Anstrengende Wiederbelebung

Die Gäste werden in Richtung Amphiwiese gelotst, wo sie den Elektrikern über die Schulter schauen können. Die Männer tragen nun gelbe Baumwolljacken und isolierende Handschuhe, bevor sie sich am Stromkasten zu schaffen und das Quartier stromlos machen. Wieder im Amphitheater sind die Sanitäterinnen dabei, eine Person mittels Herzmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung wiederzubeleben.

Das Pionierfahrzeug braust via Römerstrasse zur Hauserstrasse hoch. Ein Auto hat sich überschlagen und liegt nun auf dem Dach am Hang der Amphiwiese. Damit das Auto nicht weiter abrutscht, wird es durch ein am Baum befestigtes Seil gesichert. Zwei bis drei Feuerwehrleute kümmern sich nun um die Person im Auto: Auf Knien rutschend schlagen sie die Fensterscheibe ein, schauen nach, ob die Person ansprechbar und wie schwer verletzt sie ist. Decken werden ausgelegt, die Frau aus dem Auto geholt.

Nun gehts Schlag auf Schlag: die beiden Holzhäuser in der Mitte der Amphiwiese brennen. Die Jugendfeuerwehr fährt mit dem Tanklöschfahrzeug heran und beginnt, das kleinere Haus zu löschen. 12 Jahre alt muss man sein, um bei der Jugendfeuerwehr mitmachen zu können. Während die Jungen bei der Arbeit sind, tritt die Feuerwehr ihren Dienst an, rennt auf die Wiese und löscht das grosse Haus.

Feuerwehr sucht neue Mitglieder

Immer wieder wurde am Samstagnachmittag zur Mitgliedschaft in der Feuerwehr aufgerufen. Einige Burschen trugen sich bei Christian Keller, zuständig für die Rekrutierung, für die Jugendfeuerwehr ein. «Rund 85 Personen sind momentan in der Feuerwehr Windisch-Habsburg-Hausen tätig. Gemäss Aargauischer Gebäudeversicherung sollten es aber 110 Personen sein.» Keller macht den Zeitgeist – viel Arbeit und viele Hobbies – dafür verantwortlich, dass sich immer weniger Leute für die Sicherheit einsetzten. Er weist daraufhin, dass gemäss Feuerwehrgesetz die 18- bis 44-jährigen Männer und Frauen auch zum Dienst gezwungen werden könnten. Dabei müsste man gemäss einer Studie gar nicht so viel Zeit einplanen: «Für einen Allgemeinfeuerwehrmann würde der Einsatz, auf einen Tag runtergerechnet, eine Zigarettenlänge bedeuten», so Christian Keller.

Infoanlass am 10. November, 19.30 Uhr, im Feuerwehrmagazin Hausen.