Die Zügelaktion des Verbands Soziale Dienstleistungen Region Brugg in die neuen Räumlichkeiten an der Schulthess-Allee 1 am Rand der Brugger Altstadt liegt erst wenige Tage zurück.

In der Zwischenzeit sind alle Büros und Besprechungszimmer in den drei Obergeschossen eingerichtet. «Die ersten – vor allem – technischen Geburtswehen sind überstanden», sagte Reto Wettstein, Verbandspräsident und Brugger Stadtrat, bevor die Behördenvertreter der beteiligten Gemeinden durch die sanierte Liegenschaft geführt wurden.

Zur Erinnerung: Bereits vor einem Jahr wurden die drei ehemaligen Vereine – die Jugend- und Familienberatung (JFB), die Mütter- und Väterberatung (MVB) sowie der Kindes- und Erwachsenenschutzdienst (KESD) – zum Verband Soziale Dienstleistungen Region Brugg zusammengeführt.

Was bisher auf dem Papier eine Einheit bildete, wurde zwischen Weihnachten 2016 und Neujahr auch physisch zusammengelegt.

Beim KESD und bei der MVB sind alle 25 Gemeinden des Bezirks Brugg Mitglied. Bei der JFB sind es nur deren 20, weil die grösseren Gemeinden mit einem eigenen Sozialdienst nicht daran beteiligt sind.

Liegenschaft zügig umgebaut

Die Kreuzung bei der Schulthess-Allee, wo früher der alte Stadtturm stand, sei schon immer ein markanter Ort der Stadt Brugg gewesen, fuhr Präsident Wettstein fort. Die Volksbank baute hier 1968 ein neues Geschäftshaus, wo sie bis Ende der 1990er-Jahre stationiert war.

Heute ist die Sanitas-Krankenversicherung Eigentümerin der Liegenschaft. Nach dem Auszug des Grundbuchamts und der Fachochschul-Büros war zuerst der Einbau von Wohnungen vorgesehen. Doch der Brugger Stadtrat hielt an einer gemischten Nutzung fest, nicht zuletzt auch, weil er auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten für den neuen Verband war.

Unter der Führung der Immobilien-Firma Livit AG konnte in einer Zeit von zehn Monaten eine massgeschneiderte Lösung für die soziale Institution realisiert werden. Die Eigentümerin investierte rund 500 000 Franken in den Umbau, dazu gehörten neuer Lift, neues Treppenhaus und neue Fenster. Der Mieterausbau kostete 250 000 Franken für den Verband.

Beratung im Familienzentrum

Per 1. Mai sollten ausserdem die Wohnungen unter dem Dach und im Annexbau bezugsbereit sein. Apropos Bezug: Der Verband Soziale Dienstleistungen Region Brugg hat – abgesehen von ein paar schwarzen Stühlen im Sitzungszimmer – kein neues Mobiliar angeschafft. «Jede Büroeinheit verfügt so über seinen eigenen Charme», betonte Geschäftsführerin Gabriela Oeschger.

Die Cafeteria und das Sitzungszimmer im dritten Obergeschoss können auch für Versammlungen oder Geschäftsanlässe gemietet werden und sind separat zugänglich. Und obwohl nun alle Büro-Arbeitsplätze und Besprechungszimmer der Sozialen Dienstleistungen an der Schulthess-Allee 1 zusammengefasst wurden, findet die reguläre Mütter- und Väterberatung für Brugg weiterhin im Familienzentrum an der Laurstrasse 11 statt.

Einzig für komplexere Fälle wurde am neuen Standort ein Beratungszimmer mit Wickelkissen und anderen Hilfsmitteln eingerichtet. Diese Aufteilung hat im Januar offenbar mehrfach dazu geführt, dass sich Ratsuchende vergeblich am Empfang im ersten Stock an der Schulthess-Allee 1 meldeten.

Der Verband Soziale Dienstleistungen Region Brugg deckt den Bezirk mit gut 50 000 Bewohnern ab und verursacht jährliche Kosten von 3,5 Mio. Franken, was rund 70 Franken pro Einwohner entspricht.