Villigen/Würenlingen
Die ersten drei Preisträger sind gekürt – sie können vom Forscher zum Unternehmer werden

Im Januar rief das Paul-Scherrer-Institut seine Forscher auf, sich um ein Founder Fellowship zu bewerben. Die ersten drei Preisträger sind gekürt.

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Forscher des Paul-Scherrer-Instituts
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Jean-Baptiste Mosset will einen Neutronendetektor zur Erkennung von Plutonium und Uran kommerzialisieren.
Philipp Spycher will mit einer neuen Methode zur Modifikation von Antikörpern Medikamente entwickeln, die stabiler sind und dadurch weniger Nebenwirkungen haben. Fotos: PSI/Mahir Dzambegovic/ZVG

Forscher des Paul-Scherrer-Instituts

Mahir Dzambegovic

Mit dem neuen Founder Fellowship gibt das Paul-Scherrer-Institut (PSI) jungen Forschenden die Möglichkeit, zum Unternehmer zu werden. Innerhalb von 18 Monaten müssen sie das Kommerzialisierungspotenzial ihrer Geschäftsidee aufzeigen und einen ersten Businessplan erstellen. Am Mittwoch fand die offizielle Verleihung dieses Stipendiums statt: Die ersten drei Preisträger tüfteln an einer neuen Medikamententechnologie, einer Nano-Energietechnologie und einem Neutronendetektor. Die UBS unterstützt die Initiative mit einem Beitrag an die Stipendien.

Weil der Weg von einem erfolgsversprechenden Forschungsresultat bis hin zum innovativen und vermarktungsfähigen Produkt lang und steinig ist, sterben viele gute Ideen auf einer frühen Durststrecke. Deshalb hat das PSI mit dem Founder Fellowship ein neues Förderinstrument ins Leben gerufen, ein 18-monatiges Stipendium, welches junge Forschende und Ingenieure des PSI auf dem Karriereweg zum Unternehmer sowohl finanziell als auch durch Coaching und Beratung unterstützt.

«Wir wollen Entrepreneurship und eine Kultur des Unternehmertums am PSI fördern», erklärt John Millard von der Technologietransferstelle. «Mit dem Founder Fellowship können wir talentierte Forscher am PSI dazu ermutigen, ihren vielversprechenden Geschäftsideen nachzugehen und ein Spin-off zu gründen.»

Das Founder Fellowship ist mit 150'000 Franken pro Person dotiert, die die Gewinner für Lohn-, Material- oder sonstige Kosten aufwenden können. Die Fellows erhalten während der achtzehn Monate vollen Zugriff auf die Forschungseinrichtungen des PSI. Danach aber müssen sie das Paul-Scherrer-Institut verlassen. «Wir wollen einen klaren Strich ziehen», sagt John Millard. «Zwar muss nach Ablauf des Fellowships weder ein fertiges Produkt noch ein Prototyp vorhanden sein; aber es muss klar sein, ob sich die Technologie kommerzialisieren lässt oder nicht.» Als nächsten Schritt würden sich die Forscher dann auf die Suche nach Investoren begeben und ein Spin-off gründen.

Im Januar rief das PSI seine Forscher auf, sich um ein Founder Fellowship zu bewerben. Eine externe Experten-Jury hat im Sommer unter den eingereichten Geschäftsideen drei Gewinner für die erste Runde des Founder Fellowships ausgewählt, die in feierlichem Rahmen ihr Fellowship-Zertifikat überreicht bekamen. Überzeugt von der Nützlichkeit der Massnahme leistete die UBS einen Beitrag an die Stipendien. So erläutert Thomas Sommerhalder, UBS Regionaldirektor Aargau/Solothurn: «Es ist schon beeindruckend zu sehen, was für intellektuell anspruchsvolle Hightech-Geschäftsideen hier am PSI entwickelt werden. Für uns ist es ein zentrales Anliegen, die Entwicklung von Start-ups in unserer Region zu unterstützen, um die kantonale Wirtschaft und Innovationskraft nachhaltig zu stärken.»

Im neuen Jahr wird das Founder Fellowship erneut ausgeschrieben. «Unser Ziel ist, dass sich das Founder Fellowship als Förderinstrument für angehende Unternehmer fest am PSI etabliert», erklärt John Millard. (az/psi)