Dienstag, 1. Mai. Irgendwie fliegen Zeit und Kilometer vorbei. Bereits sind zwei Fünftel des Hinwegs hinter uns. Und wir haben in den gut zwei Wochen so viel gesehen und erlebt, dass wir nun langsam selbst diesen Blog konsultieren müssen, um die verflossenen Tage und das, was sie uns beschert haben , einigermassen auf die Reihe zu kriegen.

Wir haben bisher ausschliesslich nette, hilfsbereite Menschen getroffen, dutzenden von ihnen unser Projekt erklären müssen und vor allem bei den Italienern immer dieselbe Reaktion erhalten: «Complimenti!» Wir sind bis jetzt von Pannen verschont geblieben, und spüren beim Velofahren, wie die Formkurve langsam steigt, was auch nötig ist. Wir haben praktisch ausnahmslos gut bis sehr gut und günstig gegessen - sogar in Venedig! Wir sind durch beeindruckend schöne Landschaften und Städte gefahren und sind sowohl beim Zeit- wie beim Kostenbudget gut im grünen Bereich. Kurz gesagt: Unsere Erwartungen wurden bisher mehr als erfüllt.

Vom Campingplatz- zum Grossstadtblues

Das Einzige, was bisher eher durchzogen war, war das Wetter. Die letzten zwei Tage sind dafür typisch. Trockene aber kühle Vormittage, angenehm zum Velofahren, dafür Regen am Nachmittag und Abend, wenn man eigentlich ein wenig die Gegend erkunden möchte. Gestern trommelte der Regen auf das Blechdach des Campingplatzpavillons, heute trommelt er auf die Schirme der Touristen, die gleich unter unserem Fenster - danke Ursula für den Hoteltipp - zu Hunderten über den Domplatz von Florenz wuseln. Die armen Gruppentouristen müssen doch bis heute Abend den Dom und die Uffizien und den Ponte Vecchio und...und...und... «gemacht» haben. Nur wir müssen eigentlich gar nichts. Wir nutzen den tristen Regennachmittag für die längst fällige Grosswäsche und lassen die Sehenswürdigkeiten Sehenswürdigkeiten sein.

Morgen ist auch noch ein Tag, und erst noch einer mit besseren Wetteraussichten. Rom wurde schliesslich auch nicht an einem Tag gebaut. Und Florenz wird nicht in einer Nacht untergehen.

Die heutige Tour: San Piero a Sieve - Florenz, 38 km, 313 Hm.