Die Brugger FDP-Fraktion hat «nach kurzer, intensiver Diskussion» einstimmig entschieden, dem Zusammenschlussvertrag mit Schinznach-Bad zuzustimmen. Denn nach Ansicht der Freisinnigen ist es wichtig, dass dieses bedeutende Geschäft dann ebenfalls dem Volk zum Entscheid vorgelegt wird.

«Nicht zuletzt möchte die FDP damit auch ein Zeichen gegenüber den umliegenden Gemeinden setzen.» Die Fraktion ist überzeugt, dass mit dieser Fusion die Region Brugg gestärkt wird und zudem weiteren interessierten Fusionspartnern der Weg für Gespräche geebnet wird.

Ähnlich tönt es bei der CVP: Die Fraktion ist sich sicher, dass sich durch eine Fusion für die ganze Region vielversprechende Entwicklungsmöglichkeiten ergeben. «Mit dieser Fusion signalisiert die Stadt Brugg die Offenheit bezüglich weiterer regionaler Zusammenarbeit und weiteren möglichen Zusammenschlüssen.»

Kurz: «Die CVP Brugg freut sich, die Nachbargemeinde Schinznach-Bad willkommen zu heissen.» Die für die Fusion nötigen Grundlagen seien sorgfältig ausgearbeitet worden, ergänzt die Fraktion. Der Bericht, die Aufgaben- und Finanzplanung sowie der Vertrag liegen in ansprechender und gut verständlicher Form vor, so die CVP.

Von kritisch bis freundlich

Gespalten ist die SP-Fraktion beim Thema Zusammenschluss. Alle Aspekte seien intensiv und sachlich diskutiert worden. Die SP hat nach eigenen Angaben versucht, die Fusion «aus Sicht aller Betroffenen zu durchleuchten – aus Sicht der Menschen, welche auf Dienstleistung und Infrastruktur angewiesen sind, aus Sicht der Schüler, der Verwaltung, der Steuerzahler und sogar der Feuerwehr».

Für die SP stellen sich ebenfalls Fragen zu den Emotionen sowie zum Antrieb, die gegen oder für eine Fusion sprechen. Als Stichworte nennt die Fraktion den ländlichen Charakter, die Traditionen, aber auch die städtische Kultur.

«Bei der Heirat zweier Gemeinden geht es nicht nur um Sachlichkeit, sondern um die Frage, gehören die beiden zusammen», so die SP. Bei diesem Entscheid müssten die Einwohner von Schinznach-Bad und Brugg im Zentrum stehen – «der Mensch und seine Lebensqualität».

Es müsse ein Mehrwert für die Bevölkerung beider Gemeinden entstehen. Ein Teil der SP ist gegenüber der Fusion kritisch eingestellt, ein anderer Teil der Fraktion wird dem weiteren Prozess mit einer Volksabstimmung freundlich gegenüberstehen.

Fusion schwächt das Tal

Klar ist der Fall für die SVP. Sie sagt Nein zur Fusion und steht «für den Föderalismus». Die Gemeinde als kleinste politische Einheit soll erhalten werden, denn: «Eine kleine Gemeinde wirtschaftet am effizientesten.»

Komplett ausgeblendet wird laut SVP in der Vorlage, dass die Stadt Brugg, die sich als starker Partner in der Region positionieren will, mit der geplanten Fusion das Schenkenbergertal enorm schwächt «und die bestehenden Partner zum Beispiel Schule und Feuerwehr in übelster Art und Weise vor den Kopf stösst».

So wird, hält die SVP fest, im Schenkenbergertal der Oberstufenstandort gefährdet und die Feuerwehr vor personelle und finanzielle Probleme gestellt. «Das neue Tanklöschfahrzeug für Schinznach-Bad könnte für mehr als 400 000 Franken gekauft werden. Woher allerdings die Feuerwehrleute kommen sollen, steht in den Sternen.»

Den Kommentar zur Fusion lesen Sie hier.

Einwohnerrat Brugg Freitag, 1. Dezember, 19.30 Uhr, Rathaussaal;

Gemeindeversammlung Schinznach-Bad Freitag, 1. Dezember, 19.30 Uhr, Aula.