Seit Wochen wurde spekuliert: Kommen sie oder nicht? Nun wurde das Geheimnis gelüftet: Mit der Zeitmaschine sind die Begründer der Effingerhof AG, Friedrich und Ida Effinger, rechtzeitig zum 150. Geburtstag des Traditionsunternehmens an der Storchengasse 15 in Brugg angekommen. Darüber freuten sich am Freitagabend nicht nur die geladenen Gäste aus Politik und Wirtschaft im Rathaussaal, sondern auch der Geschäftsführer und der Verwaltungsrat.

Die Effingerhof AG mit über 60 Arbeitsplätzen und 6 Lernenden in den Bereichen Medien und Druckerei sei wie ein Fels in der Brandung, sagte Verwaltungsratspräsident Peter Wissmann.

Stadtammann Daniel Moser betonte, dass sich zwar die Bevölkerung der Stadt Brugg in den letzten 150 Jahren verzehnfacht habe, aber der Brugger selber habe sich in dieser Zeit gar nicht so stark verändert.

Das könne man nun interpretieren wie man wolle, aber Stehenbleiben sei keine Option. Ins gleiche Horn blies Daniel Knecht, Präsident der 1874 gegründeten Aargauischen Industrie- und Handelskammer: «Egal wie alt man ist, als Firma ist es wichtig jung zu bleiben.»

Fast den Anschluss verpasst

Landstatthalter Urs Hofmann überbrachte Glückwünsche der Aargauer Regierung und ging auf die wechselvolle, aber erfolgreiche Unternehmensgeschichte ein: «Die Ansiedlung der neuen Druckerei von Friedrich Effinger, standesgemäss im alten ‹Effinger mit Hoof›, läutete die eigentliche industrielle Gründerzeit in Brugg ein.

Die Stadt, ihre Bürgerinnen und Bürger waren dieser Entwicklung gegenüber sehr lange zu skeptisch gewesen, und in den 1860er Jahren drohte man endgültig, den Anschluss an die moderne Zeit zu verlieren. Sowohl wirtschaftlich, verkehrstechnisch als auch demografisch hinkte man weit gegenüber anderen Aargauer Regionen und Gemeinden hinterher – erst recht hinter der Nachbarstadt Baden.»

Die Gründung der «Effinger, Wild & Comp.» führte zur Brugger Trendwende. Heute müsse sich der Standort Brugg mit der prosperierenden Wirtschaft und Wissenschaft nicht mehr verstecken, sagte Urs Hofmann weiter.

Effingerhof feiert 150-Jahr-Jubiläum

Effingerhof feiert 150-Jahr-Jubiläum

So staunten denn auch Ida und Friedrich Effinger über all die Neuerungen in und um den Effingerhof: wie Computer in den Büros, den seltsamen Kubus am Bahnhof und den komischen Geruch der Verbrennungsmotoren. Vom Stadtammann wollten sie wissen, wie sich Brugg entwickle.

Daniel Moser sagte: «Wir sind daran zu schauen, ob es ausserhalb der Stadtmauern auch noch Leben gibt.» Die Arbeit sei intensiv und so habe er – etwa im Gegensatz zu den neun Kindern des Ehepaars Effinger – nur noch vier Kinder. Die Effingers versprachen, eine Weile in Brugg zu verweilen.

Dass die Zeitreise des Effingerhofs weitergeht, ist der Festschrift zu entnehmen: Im Jahr 2022 wird der Brugger Historiker Titus Meier Bundesrat, 2025 fusionieren Brugg und Windisch und die Bilder im «General-Anzeiger» und in der «Rundschau» werden 2056 als Hologramme publiziert.