Brugg
Die dröhnenden Oldtimer-Motoren hallen noch immer nach

Nach dem Oldtimer GP im Brugger Schachen muss sich der Stadtrat mit Fragen rund um das Thema Lärm beschäftigen. Er betont: «Es war nicht die Absicht, die Anwohner mit zusätzlichem Lärm zu belasten.»

Michael Hunziker
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Am GP drehten die Fahrzeuge – hier ein Rolls-Royce – ihre Runden im Schachen.

Am GP drehten die Fahrzeuge – hier ein Rolls-Royce – ihre Runden im Schachen.

Des einen Freud, des anderen Leid: Am Oldtimer GP im Brugger Schachen ging es laut zu und her im Juni dieses Jahres. Angemeldet waren rund 150 Fahrzeuge aus dem vergangenen Jahrhundert, Rennwagen und Motorräder drehten ihre Runden, die Besucher kamen in Scharen.

Der Grossanlass ist längst vorbei – der Benzindampf aber hat sich noch nicht überall ganz verzogen. In Leserbriefen in der Aargauer Zeitung war die Rede von einem höllischen Krach. Ein genervter Leser stellte fest, es sei wie bei einem Formel-1-Rennen gewesen. Derweil fragte sich eine Frau: «Wie kann so was in einem Wohngebiet bewilligt werden?»

In seiner kleinen Anfrage wollte Einwohnerrat Jürg Hunziker (FDP) vom Stadtrat unter anderem wissen, wie sichergestellt wurde, dass die Lärmschutzvorschriften eingehalten wurden.

Der Stadtrat betont in seiner Antwort, die jetzt vorliegt: «Die Auswirkungen eines solchen Anlasses betreffend Lärm sind je nach örtlichen Verhältnissen und Wetterlage unterschiedlich. Es war nicht die Absicht, die Anwohner mit zusätzlichem Lärm zu belasten.» Die Regionalpolizei habe, aufgrund einer Vorbesprechung mit den Mitgliedern des Organisationskomitees, nicht mit solchen Immissionen und Geschwindigkeiten gerechnet. «Während der Veranstaltung wurde dann das OK von der Regionalpolizei mehrmals aufgefordert, für eine Reduktion von Geschwindigkeiten und Lärm besorgt zu sein. Die Anstrengungen zeigten aber nur bedingt Erfolg.»

Anders gesagt: Das Organisationskomitee sei von der Regionalpolizei Brugg von den Beschwerden und Reklamationen in Kenntnis gesetzt worden, so der Stadtrat. «Leider zeigten die eingeleiteten Massnahmen nicht die entsprechende Wirkung.» Ein Abbruch der Veranstaltung sei aufgrund der doch grossen Besucherzahl von rund 5000 Personen aber nicht verhältnismässig gewesen.

Zusammenfassend hält der Stadtrat fest, dass der Verein Oldtimer GP Brugger Schachen für eine weitere Veranstaltung erneut ein Gesuch einreichen muss. Dieses würde geprüft und es würden auch die aus den bisherigen Anlässen gewonnenen Erkenntnisse einbezogen.

Die Regionalpolizei habe den Vertretern des OK nach dem Anlass die «unbefriedigenden» Auswirkungen aufgezeigt. «Es wurde dem OK auch bereits mitgeteilt, dass ein neuerliches Gesuch sehr kritisch geprüft werde», hält der Stadtrat abschliessend fest.

Der Oldtimer GP im Brugger Schachen sei ein Erfolg gewesen, stellt OK-Präsident Andreas Küng fest. Aber weil der Anlass zum ersten Mal stattgefunden habe, gebe es bestimmt Bereiche, die verbesserungswürdig seien. «Und es gibt auch Fehler, die ganz klar auf unsere Kappe gehen», räumt Küng ein.

Trotzdem sei klar festzuhalten, dass die Veranstaltung bewilligt wurde und die Vorschriften und Vorgaben eingehalten wurden. Die Sicherheit sei zu jeder Zeit durch professionelle Streckenposten und erfahrene Helfer gewährleistet gewesen, führt Küng aus und fügt an, dass die begeisterten Besucher, die zufriedenen Sponsoren sowie die durchwegs positive Berichterstattung in der Fachpresse das OK ermutigt hätten, eine Neuauflage im Jahr 2015 zu planen. «Veranstaltungen jeglicher Art verursachen Emissionen, die Interessen der Bevölkerung sind unterschiedlich», so der OK-Präsident. «Mit etwas Toleranz sollte es möglich sein, ein friedliches Miteinander zu finden und alle Bedürfnisse abzudecken.»

Auch Thomas Kohler, der die Technische Leitung «Rennen» innehatte, betont: «Selbstverständlich werden alle Verbesserungsvorschläge geprüft und bei der nächsten Austragung in die Veranstaltung einfliessen.»

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