Die «Dorfmitte» steht in Hausen zurzeit im Mittelpunkt des Interesses. Zum einen läuft ein Initiativbegehren, mit dem der Gemeinderat verpflichtet werden soll, ein überarbeitetes Projekt für die Aufwertung des Strassenraumes in der Dorfmitte vorzulegen. Das, nachdem die Gemeindeversammlung das Projekt des Gemeinderates zurückgewiesen hatte. Zum andern hat die ASL Invest AG (Aarau) ein Baugesuch für eine Überbauung Holzgasse Süd eingereicht, die mit 22 Wohnungen und einem neuen Dorfladen zweifellos die «Dorfmitte» prägen wird.

Ein Laden und 22 Wohnungen

Das Bauvorhaben, für das Anlagekosten von 10 Millionen Franken angegeben werden, kommt in den oberen Bereich der Holzgasse zu stehen. Das Projekt, das vom Architekturbüro Stierli Kreis Merz AG (Aarau) erarbeitet worden ist, sieht drei Baukörper vor. Nämlich ein «Langhaus» mit einer Kopfbaute, im Projekt «Querhaus» genannt – in dessen Erdgeschoss der neue Dorfladen vorgesehen ist –, einem Hofhaus sowie einem kleinen Nebengebäude für Container und Geräte.

Im Langhaus sind insgesamt 12 Wohnungen mit 3½ respektive 4½ Zimmern vorgesehen, im Querhaus vier 4½-Zimmer-Wohnungen und im Hofhaus schliesslich sechs Wohnungen mit je 3½ Zimmern. Das Erdgeschoss des Querhauses ist für den Dorfladen reserviert. Die Verkaufsfläche wird mit rund 165 Quadratmetern angegeben.

Für die Parkierung wird in der Überbauung Holzgasse Süd eine Tiefgarage mit 31 Einstellplätzen zur Verfügung stehen, die über eine Rampe auf die Holzgasse erschlossen wird. Die Anlieferung für den Dorfladen dagegen soll über eine neue Verbindungsspange von der Hauptstrasse her erfolgen.

Mit den Volumen der einzelnen Baukörper, ihrer Anordnung, aber auch der architektonischen Gestaltung mit den Satteldächern und den mit Holz verkleideten Fassaden wird die Überbauung den hohen Anforderungen gerecht, die gemäss Bau- und Nutzungsordnung an die Bauweise in der Dorfkernzone gestellt werden.

«Angesichts der Revision der Bau- und Nutzungsordnung, die parallel zur Entwicklung des Projektes erfolgte, und den hohen Anforderungen des Ortsbildschutzes hatten wir bereits vor einem Jahr ein Vorentscheidgesuch eingereicht, das durch den Ortsbildschutzexperten geprüft worden ist», erklärt Architekt Martin Stierli. «Wir hatten seitens der Gemeindebehörden Auflagen und Vorgaben für eine saubere Einfügung der Überbauung in das Ortsbild. Unser Projekt sehen wir als eine mögliche Interpretation des bestehenden Ortsbildes.»

Landi Maiengrün zeigt Interesse

«Dass wir in Hausen einen neuen Standort suchen, ist beschlossene Sache», sagt Josef Bucher, der Vorsitzende der Geschäftsleitung der Landi Maiengrün, die an der Holzgasse – unmittelbar gegenüber der geplanten Überbauung Holzgasse Süd – Hausens einzigen Dorfladen betreibt. «Unser Laden in Hausen läuft sehr gut», erklärt Josef Bucher. «Und das schon seit Jahren. Aber vom Platz her sind wir beim Sortiment stark eingeschränkt. Eine Vergrösserung der Ladenfläche wäre daher sehr erwünscht. Am heutigen Standort, in der ehemaligen ‹Chäsi›, können wir aber nicht expandieren. Wir wollen daher in Hausen eine neue Verkaufsstelle eröffnen. Uns ist es wichtig, dass wir in Hausen mit unserem Laden in der Nähe des Dorfzentrums bleiben können.» Wie Josef Bucher erklärt, hat der Verwaltungsrat der Landi Maiengrün bei der ASL Invest AG in der Form einer Absichtserklärung sein Interesse am Ladenlokal in der neuen Überbauung Holzgasse Süd bekundet. Für den Verwaltungsrat steht dabei eine Mietlösung im Vordergrund.