Ein schwungvolles D in Grün ziert das Hochglanz-Faltblatt – und passt durch sein Elan verratendes Auftreten perfekt zum Titel «Unterwegs». «Dieses D ist seit Anfang dieses Jahres unser neues Logo», sagt Peter Müller, Präsident der Stiftung Domino, sichtlich stolz. Er hält den jüngsten Jahresbericht – Newsletter – einer Institution in Händen, die Behindertenförderung so betreibt, dass sie in der Region Brugg-Windisch hohes Ansehen geniesst (siehe Box).

Nichts könnte die wechselvolle, manche Widerstände überwindende Stiftung trefflicher charakterisieren als das Wort «unterwegs». Auch vor 30 Jahren war sie unterwegs, als sie den Bezug der Regionalen Werkstatt Windisch feierte. «Es war der 24. September und ein strahlender Herbsttag», erinnert sich Peter Müller und setzt sogleich hinzu: «Jetzt feiern wir den 30. Geburtstag des ersten Kindes unserer Stiftung zwar nicht am 24., sondern am 21. September, aber das ist auch gut.» Um die Geschichte zu vervollständigen: Vor fünf Jahren wurde das neue Mikado Café & Shop im gleichen Haus getauft und eröffnet. Seit Anfang 2013 heisst das Gebäude kurz und bündig «Mikado».

Für Spezialitäten bekannt

Das viel Wärme verströmende Haus mit dem hellen Backstein in den Innenräumen ist in unmittelbarer Nähe eines Kreisels situiert. Immer wieder scheren Verkehrsteilnehmer aus, um rasch beim «Mikado» vorbeizuschauen. Sei es, um einen Kaffee oder ein Mittagessen zu genehmigen, oder aber einen Einkauf zu tätigen.

Peter Müller freut sich über das, was in diesem Haus beheimatet ist: die Abteilung Kunsthandwerk der Stiftung Domino, die Fördergruppe und die Gastronomie mit 10 Arbeitsplätzen. Dieses Team wartet mit weithin geschätzten Spezialitäten auf: Es backt täglich Holzofenbrot, es verkauft selbst ausgetüftelte, raffinierte Salat- und Pastasaucen und kocht täglich 90 Essen: 10 für Gäste, die über die Mittagszeit das «Mikado» aufsuchen; 20 für interne Mitarbeitende und 60 Menüs, die für den Mittagstisch in zwei Schulhäuser der Umgebung geliefert werden. Im nächsten Jahr soll die Küche modernisiert werden, was die Stiftung Domino zum tiefen Griff in die Kasse veranlasst. Nicht verwunderlich bei 500 000 Franken.

«Das ist viel Geld»

Darüber und über viel mehr wird an diesem Samstag bei der Feier mit offiziellen Vertretern von Kanton und Gemeinde sowie mit all jenen gesprochen werden, die der Stiftung Domino verbunden sind. «Dieses Fest mit einem offiziellen Akt und einem Nachmittag der offenen Türen sowie einer Ausstellung ist unser Dank an die Bevölkerung, die uns so sehr unterstützt», sagt Peter Müller.

Um das Gesagte zu unterstreichen, blendet der Stiftungsratspräsident ins Jahr 1978 zurück, als im Windischer Mittel- und Unterdorf ein regionales Dorffest stattgefunden hat. Müller staunt noch heute, was damals als Grundstock für die geplante Werkstatt zusammengekommen ist: 240 000 Franken – «das ist viel Geld».

Erneut unterwegs

Am Samstag geht es nicht (nur) ums Geld und eine Rückschau auf die Anfänge der Institution, sondern um die Gegenwart und die Zukunft. Diesbezüglich ist die Stiftung Domino einmal mehr unterwegs. Das Stichwort dazu: die Erweiterung des Wohnheims in Hausen. Das Bauland ist im Besitz der Stiftung Domino; im April dieses Jahres hat sie für den Neubau die Zusage des BKS (Departement Bildung, Kultur und Sport des Kantons Aargau) bekommen.

Künftig werden 14 Werkateliers und 25 Wohnplätze angeboten. Derzeit werden das Raumprogramm und die Planung erarbeitet. Klappt alles, soll der Neubau 2018 bezugsbereit sein. Die Zeit bis dahin verkürzt sich die Stiftung Domino unter anderem mit der Feier am Samstag. Wie es sich für einen Geburtstag gehört, wird an diesem Tag selbstverständlich auch ein feiner Kuchen angeschnitten.