Brugg
Die Devise beim Altstadtreglement lautet: Dialog statt starrer Regeln

Die Vorlage für das Altstadtreglement liegt vor – dieses ist ein wichtiger Bestandteil der Revision der Ortsplanung. Die Eigentümer sollen beraten werden. Bis jetzt sind schon drei Einwendungen eingegangen.

Michael Hunziker
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Sichergestellt werden soll eine hochwertige Entwicklung der Altstadt.

Sichergestellt werden soll eine hochwertige Entwicklung der Altstadt.

Michael Hunziker

Bestimmungen zur Gestaltung von Bauten und Aussenräumen, zu Reklamen oder Bewilligungsverfahren: Mit dem Altstadtreglement sollen in Brugg ein angemessener Umgang mit der Altstadt sowie eine hochwertige Entwicklung sichergestellt werden.

Das Altstadtreglement ist ein wichtiger Bestandteil der Revision der Ortsplanung «Raum Brugg Windisch». Diese geht in die letzte Runde: Der Einwohnerrat Windisch hat die Nutzungsplanung genehmigt, in Brugg soll an der Einwohnerratssitzung am 25. Januar 2019 eine Spezialkommission aus elf Mitgliedern gewählt werden, die sich vertieft mit der komplexen Materie auseinandersetzt. Im Nachgang zur Gesamtrevision der Nutzungsplanung wird der Einwohnerrat beschliessen über das Altstadtreglement, für das eine eigene Vorlage vorliegt. Es ergänzt die Nutzungsplanung und die in der Bau- und Nutzungsordnung definierte «Altstadtzone A».

Die Altstadt von Brugg sei als identitätsstiftendes Zentrum von grosser Bedeutung für den gesamten Raum Brugg Windisch, stellt der Stadtrat in seiner Botschaft an den Einwohnerrat fest. Gemäss Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz komme ihr nationale Bedeutung zu. «Mit seinen Festlegungen zielt das Altstadtreglement auf die Unterstützung und Beratung von Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern ab.» Bei Bauabsichten sollen frühzeitig – im Stadium der Vorprojektierung – Lösungen gefunden werden im Dialog zwischen Bauherrschaft, Architekt und Stadt, sodass «sowohl die Grundeigentümer als auch die Öffentlichkeit profitieren». Bauwillige werden kostenlos beraten, fügt der Stadtrat an. Beigezogen würden die kantonale Denkmalpflege und das Beurteilungsgremium Altstadt sowie – bei Bedarf – die Kantonsarchäologie.

Anders ausgedrückt: Damit setze die Gesetzgebung auf Beratung und Dialog statt auf eine starre Regelung. Während die bisherige BNO vier Paragrafen zur Altstadt-Zone enthielt, konzentriere sich die neue BNO auf einen einzigen Paragrafen. Die Altstadtzone, ist festgehalten, dient der Erhaltung und sanften Weiterentwicklung des historischen Stadtkerns. Bauten, Freiräume und stadtbildprägende Elemente mit kulturgeschichtlicher, architektonischer oder städtebaulicher Bedeutung sind in ihrem Bestand zu sichern. Als Leitgedanken steht zudem – unter anderem –, dass die Aufenthaltsqualität des öffentlichen Raums zu steigern ist, bauliche Eingriffe mit grosser Sorgfalt und sehr guter Qualität projektiert und ausgeführt werden müssen.

Drei Einwendungen gingen ein

Rückblick: Bereits im gemeinsam und unter breiter Mitwirkung entstandenen Räumlichen Entwicklungsleitbild (RELB) von 2015 sind die Ziele für eine nachhaltige Weiterentwicklung der Altstadt aufgeführt. Erarbeitet wurde das Altstadtreglement dann in zwei Phasen mit Workshops und einem Begleitgremium. Im Herbst 2017 lag das Dossier zur öffentlichen Mitwirkung auf, während der 13 Mitwirkungsbeiträge mit insgesamt über 140 Änderungsanträgen eingingen. Das Altstadtreglement wurde bereinigt und im Februar und März dieses Jahres zusammen mit der Nutzungsplanung öffentlich aufgelegt. Es sind drei Einwendungen eingegangen. Zwei wurden abgewiesen, eine führte zu einer Anpassung im Bereich «Gestaltung des Aussenraums».

Altstadtreglement

Historische Ziegel sind wiederzuverwenden

Im Altstadtreglement ist unter anderem festgehalten:

- Historische Ziegel sind nach Möglichkeit zu erhalten und bei Umdeckungen wiederzuverwenden. Neueindeckungen erfolgen mit rot-braunen Biberschwanzziegeln.

- Die Fenster sind in der Regel in Holz auszuführen.

- Erlaubt sind einfarbige und in der Farbigkeit der Altstadt abgestimmte bewegliche Sonnenstoren, Markisen und Sonnenschirme ohne Fremdreklame.

- Reklamen müssen sich besonders gut in das historische Stadtbild, das Gassen- und Platzbild einfügen und dürfen die architektonische Gestaltung der Fassaden weder durch ihre Grösse, Gestaltung und Farbe noch durch ihre Leuchtwirkung beeinträchtigen.

- Eine saisonale, qualitativ hochstehende und auf die Altstadt abgestimmte Aussenmöblierung bei Gaststätten ist ausdrücklich erwünscht. Anordnung und maximale Ausdehnung werden im Einzelfall von der Stadt festgelegt.

Das Dossier zur Gesamtrevision der Nutzungsplanung ist bei der Abteilung Planung und Bau aufgelegt und auf www.raumbruggwindisch.ch aufgeschaltet.