Altersheim

Die Demenzabteilung in Lupfig gibt zu reden

Das Altersheim Eigenamt in Lupfig mit Brunnen und dem charakteristischen Turm. Schwager

Eigenamt

Das Altersheim Eigenamt in Lupfig mit Brunnen und dem charakteristischen Turm. Schwager

«Wir wissen nicht, was langfristig im Hinblick auf eine älter werdende Gesellschaft gefordert wird. Wir wissen aber, dass jetzt Handlungsbedarf besteht».

Das waren neue Töne an der ausserordentlichen Generalversammlungen des Altersheimvereins Eigenamt. An den vorangegangenen Anlässen war stets heftig diskutiert worden. Kein Wunder, ging es doch um die seit langem monierte, dringende Erweiterung der Demenzabteilung im ersten Stock. Dort leben 16 Demenzkranke in 14 Zimmern ohne ausreichende Bewegungsmöglichkeit.

Bei den Mitgliedern fand die eine Variante eines Vorprojekts Gefallen: Diese hätte das Dach über der Küche mit einem Wintergarten begehbar gemacht. Gegen diesen Beschluss reichten jedoch die Trägergemeinden Birr, Birrhard, Lupfig und Scherz eine Beschwerde beim Bezirksgericht Brugg ein. Dieses hob den Beschluss auf. Was nun?

Die Frühlings-GV 2011 verlief einmal mehr emotional, bis der eben gewählte Präsident Daniel Hablützel im Namen des neuen Vorstandes vorschlug: «Treffen wir uns doch im November zu einer ausserordentlichen GV.» Er versprach, dass dann zweierlei im Fokus stehen werde: «Die Demenzabteilung als kurzfristiges und das Altersheim Eigenamt als längerfristiges Anliegen.» Präsident und Vorstand hielten Wort. Sie arbeiteten mit Simone Gatti, Fachfrau Altersfragen, Vorschläge aus, um die für Demente wie für Pflegende belastende Situation zu verbessern.

Familiäres Leben

Die künftige Ausrichtung ist klar: Das Altersheim Eigenamt soll ein Heim für Pflegebedürftige, die Infrastruktur soll auf Demenzkranke ausgerichtet werden: «Weitere Spezialisierungen werden nicht verfolgt.» Diese Stossrichtung unterstreicht die geplante Namensänderung: Aus dem Altersheim soll neu das moderne «Pflegeheim Eigenamt» werden.

Ins Kapitel «Kurzfristige Massnahmen» gehört das Einführen kleiner Wohngruppen auf jeder Etage. Laut Hablützel werde damit ein «familiäres Leben angestrebt», was für das Pflegepersonal eine Diversifizierung der Arbeit bedeute. Das neue Konzept ist in Module gegliedert. Modul 1 will die Flächen des für das Heim charakteristischen Turms auf allen 3 Stockwerken nutzbar machen. Modul 2 will auf den 3 Etagen Zimmer zusammenlegen, um so in der Mitte einen Wohnraum zu schaffen.

Alles miteinander angehen

Ob es dadurch nicht eine Einbusse von Zimmern geben würde? «Nein», sagte Gatti, «es wird künftig zwei Zweibettzimmer geben». Modul 3 will neu 8 Zimmer im Erdgeschoss bauen mit direktem Ausgang zum Garten; Modul 4 sieht Änderungen bei der Récéption und (neu) drei Büros vor; Modul 5 will eine Umgestaltung des Lagerraums im Untergeschoss. Kostenpunkt: 2,03 Millionen Franken; für die Finanzierung müsste eine Hypothek aufgenommen werden.

Werden diese Massnahmen umgesetzt, sieht der zeitliche Ablauf so aus: Ausschreibungen bis zur GV 2012; dann muss auch über den Baukredit befunden werden. Stimmen die Mitglieder diesem zu, könnten die Bauarbeiten im Herbst 2012 beginnen und im Sommer 2013 abgeschlossen werden. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, betonten Hablützel und Gatti immer wieder: «Hier handelt es sich erst um eine Kostenschätzung.»

Auf die Frage nach einer Etappierung, winkte Gatti ab: «Lieber alles miteinander angehen, denn die Heimbewohner und das Pflegepersonal müssten einige Wochen in ein Hotel ziehen.» Ein Mitglied ermutigte schliesslich die Anwesenden: «Wir machen heute sicher nichts falsch, wenn wir den Planungskredit von 100000 Franken bewilligen.» 63 von 70 Anwesenden stimmten diesem zu, was Simone Gatti zu dem spontanen Ausruf verleitete: «Danke! Jetzt geht die Arbeit los.»

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