Brugg
Die Demenz-Beratungen haben sich 2012 verdoppelt

Die Geschäftsstelle der Alzheimervereinigung ist umgezogen: Im benachbarten Haus der Medizin hat sie mehr Räume. Das Unterbringen an verschiedenen Orten erwies sich für die Mitarbeiter alles andere als ideal.

Elisabeth Feller
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Annemarie Rothenbühler und Samuel Vögeli besprechen sich am neuen grossen Tisch. EF.

Annemarie Rothenbühler und Samuel Vögeli besprechen sich am neuen grossen Tisch. EF.

Elisabeth Feller

2009 eröffnete die Alzheimervereinigung Aargau ihre Geschäftsstelle im Medizinischen Zentrum Brugg an der Fröhlichstrasse: 2013 ist sie umgezogen ins benachbarte Haus der Medizin.

Damit stehen der Geschäftsstelle jetzt nicht nur mehr, sondern vor allem wesentlich grössere und hellere Räume zur Verfügung.

In der ersten Bleibe hatte die Stelle zwei Büros, wovon der eine Raum keinen direkten Zugang aufwies; später bezog Geschäftsstellenleiter Samuel Vögeli ein Zimmer im dritten Stock, wo auch das Hospiz beheimatet ist.

«Das Unterbringen an verschiedenen Orten erwies sich für uns jedoch als nicht ideal», sagt Vögeli, «zudem wussten wir, dass das Hospiz erweitern wollte.»

Ein Umzug war deshalb notwendig, bloss: wohin? Als vom Haus der Medizin das Angebot kam, im zweiten Stock drei grössere Zimmer zu beziehen, griff die Alzheimer Geschäftsstelle zu.

Steigende Anforderungen

Der Umzug habe sich gelohnt, sagt Samuel Vögeli: «Die Beratungen nehmen permanent zu, weil das Thema Demenz und Alzheimer heute sowohl in den Medien wie in der Öffentlichkeit immer präsenter wird.»

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die Beratungen in der Geschäftsstelle haben sich im Jahr 2012 gegenüber 2011 verdoppelt: So wurden insgesamt 877 Beratungsgespräche durchgeführt (2011: 431); davon 626 telefonische, 224 persönliche (inklusive 116 Hausbesuche).

Ab März: Gruppe Träffpunkt

Ab März 2013 gibt es in Brugg ein ergotherapeutisches Gruppenangebot für Menschen mit Demenz. Die Gruppe Träffpunkt richtet sich an Betroffene im Anfangsstadium der Erkrankung. Die Kleingruppen von höchstens 5 Personen treffen sich jeweils am Mittwochnachmittag in den Räumen der Alzheimervereinigung. Angeboten werden Gedächtnistraining und Alltagsaktivitäten. Ziele sind der Erhalt und die Förderung von sozialen Kontakten, der Kommunikation, des Selbstvertrauens, der Körperwahrnehmung, der kognitiven Fähigkeiten sowie der Stabilisierung des Langzeitgedächtnisses. Vor dem Gruppeneintritt findet mit jedem Teilnehmer ein Einzelgespräch statt. Die Teilnahme erfolgt auf ärztliche Verordnung.
Mittwoch: 13.30-15 Uhr
Alzheimervereinigung, 2. Stock Haus E (Haus der Medizin)
Gesundheitszentrum Brugg
Fröhlichstrasse 5, Brugg
Anmeldung: ergo.brugg@wicke.ch
Infos: www.ergo-wicke.ch (AZ)

Mit welchen Themen musste sich das Beratungsteam am häufigsten auseinandersetzen? Samuel Vögeli zählt auf: «Entlastung und Begleitung, familiäre Beziehungen, Umgang mit der Krankheit und den Verhaltensveränderungen, finanzielle Ansprüche sowie Fragen im Zusammenhang mit der Diagnose.»

Die steigenden Anforderungen an die Geschäfts- und Beratungsstelle sowie der Start des Pilotprojekts «Zugehende Beratung» – die Berater machen Hausbesuche und bringen so die ganze Familie, aber auch andere Bezugspersonen an einen Tisch – riefen wiederum nach einer Erhöhung der Stellenprozente.

Die bestehenden Arbeitspensen wurden um insgesamt 60 Prozent erhöht.

«Doch noch zu uns gefunden»

Wie ist die neue Bleibe der Alzheimer Geschäftsstelle vom Publikum angenommen worden? «Sehr gut», betont Annemarie Rothenbühler, die Hilfesuchende seit langem berät.

Einen tiefen Eindruck hinterlassen hat bei ihr kürzlich «ein Betroffener, der uns – mit einem Flyer in der Hand – nach geraumer Suche doch noch erreicht hat.» Aber nicht nur Betroffene, sondern auch Angehörige suchen die Geschäftsstelle auf.

Auch diesbezüglich erweist sich der neue Ort als Glücksfall: Ein breiter, sonnig-gelber Korridor wirkt auf Besucher einladend; der eine Raum ist mit seinen grossen Fenstern und dem grossen Tisch ideal, um mit mehreren Personen Gespräche zu führen.

In den zwei Büros nebenan kann gearbeitet oder können Einzelgespräche geführt werden. Dieses «gleichzeitige Arbeiten» schätzen Samuel Vögeli, Annemarie Rothenbühler und weitere Mitglieder des Teams sehr.

Das neue, lichte Umfeld trägt dazu bei, eine Arbeit zu bewältigen, die neben einer hohen Fachkenntnis eine hohe Sensibilität erfordert.

Auch für dieses Jahr rechnet Samuel Vögeli mit einem abermaligen Anstieg der Beratungen. Nicht nur das: Die Öffentlichkeitsarbeit wird beispielsweise mit Referaten und Informationsveranstaltungen fortgesetzt; weiter werden auch Angehörigengruppen gepflegt.

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