Mülligen
Die Bundespolitiker lassen die Mülliger nicht hängen

Beim Kampf gegen den zusätzlichen Lastwagenverkehr erhält das Walddorf an der Reuss die Unterstützung der Bundespolitiker. Die Freude in der Gemeinde Mülligen ist gross.

Michael Hunziker
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Patrick Bo, Gemeindeammann Mülligen

Patrick Bo, Gemeindeammann Mülligen

ZVG

Viel Schub kommt ins Thema «Kiesabbau Langacher»: SVP-Nationalrat und «Fuhrhalter der Nation», Ulrich Giezendanner, eilt dem bedrängten Mülligen zu Hilfe (az vom 22. März).

Via Motion verlangt er, dass die bestehende Werkausfahrt ab der A3 in Betrieb bleibt und dass zusätzlich eine separate Werkauffahrt auf die A1 geprüft wird – um die Mülliger Siedlungsgebiete vom Lastwagenverkehr zu entlasten.

Rund 70 Parlamentarier haben am Donnerstag den Vorstoss unterschrieben – unter ihnen übrigens alle anwesenden Aargauer Nationalräte von der SVP bis zur SP.

Problem ist erkannt

Der Mülliger alt Gemeindeammann Bruno Baumann, der sich für eine Werkauffahrt in Richtung Zürich sowie für die Offenhaltung der bestehenden Werkausfahrt einsetzt und mit einer Gruppierung eine Unterschriftensammlung lanciert hat, freut sich über die neuste Entwicklung.

Gebiet Langacher

Das Materialabbaugebiet Langacher liegt nördlich der Gemeinde Birrhard, rund 200 Meter neben der Autobahn Zürich-Bern. Die Fläche beträgt 6,3 Hektaren, die Abbautiefe 30 Meter, das Kiesvolumen rund 1,5 Millionen Kubikmeter. Die Dauer des Kiesabbaus wird mit 15 Jahren angegeben und die Auffüllung soll bis 2035 dauern. Eine Gruppierung um alt Gemeindeammann Bruno Baumann setzt sich für eine Werkauffahrt auf die A1 in Richtung Zürich und die Offenhaltung der schon mehrere Jahre bestehenden Werkausfahrt ab A1/A3 ein und hat im März dieses Jahres mit Erfolg eine Unterschriftensammlung in Mülligen lanciert. (az)

Er sei dankbar, dass die Bundespolitiker das Problem erkannt hätten und dass Nationalrat Giezendanner das Anliegen aufgenommen habe. «Wir haben schon insgeheim Hoffnung auf ihn gesetzt, da er als Verkehrspolitiker bekannt, anerkannt und volksnahe ist und zudem das nötige Gespür hat.»

Baumann betont: «Es ist nicht nur mein Engagement. Über 430 Einwohnerinnen und Einwohner von Mülligen haben die Verkehrsproblematik, die auf unser Dorf zukommt, erkannt und haben sich mit der Problemlösung identifiziert. Ulrich Giezendanner konnte das nachvollziehen und hat das auf die oberste politische Ebene gebracht.»

Der Alt-Gemeindeammann ist sich bewusst, dass weitere Stellen involviert sind und mitbestimmen werden. «Wir hoffen aber, dass wir mit klaren, verständlichen und einleuchtenden Argumenten auch diese Instanzen für unsere Anliegen gewinnen können.»

In einem nächsten Schritt soll der neue Mülliger Gemeinderat um einen Neustart beim Thema «Kiesabbau Langacher» gebeten werden.

Ziel sei es, alle Akteure ins Boot zu holen, damit Mülligen mit seinen Siedlungsgebieten als Walddorf an der Reuss seine Lebensqualität behalten könne «und wir nicht noch mehr durch den Kiesabtransportweg aus Langacher von Birrhard zugedeckt werden», so Baumann.

Positiv überrascht

Offen für einen Neustart und zuversichtlich für die weiteren Schritte zeigt sich – im Namen des gesamten Gemeinderats – der Gemeindeammann Patrick Bo. Positiv überrascht äussert er sich zu den Reaktionen auf das Engagement der Gruppierung um Bruno Baumann und auf die Unterschriftensammlung.

«Es ist ein schönes Beispiel dafür, was die Bevölkerung erreichen kann, wenn sie aktiv etwas bewirken will und nicht locker lässt», sagt Bo.

Apropos aktiv: Auch der Gemeinderat sei bei diesem wichtigen Projekt in der Vergangenheit nicht untätig geblieben. «Wir unternahmen, was wir im Rahmen der Gesetzgebung als richtig erachtet haben. Unsere Möglichkeiten waren ausgereizt.»

Der Gemeindeammann ist überzeugt: «Mit der prominenten Unterstützung von SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner und den rund 70 weiteren Parlamentariern können sich die Mülliger Gehör verschaffen. Das gibt Rückhalt.»

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