Windisch

Die Büros sind verlegt – was passiert nun mit dem Verwaltungsgebäude der Kabelwerke Brugg?

Derzeit sind die Abklärungen im Gang betreffend der weiteren Nutzung des ehemaligen Verwaltungsgebäudes der Kabelwerke Brugg.

Derzeit sind die Abklärungen im Gang betreffend der weiteren Nutzung des ehemaligen Verwaltungsgebäudes der Kabelwerke Brugg.

Die Brugg Immobilien AG plant die Sanierung der Hochhaus-Fassaden des Gebäudes, das auf Windischer Boden steht.

Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Kabelwerke Brugg gilt als eines der schönsten der frühen Hochhäuser im Kanton. Für das Unternehmen war der Bau 1956 die Krönung der erfolgreichen Entwicklung in der Nachkriegszeit.

Doch welche Pläne bestehen für die Liegenschaft auf dem weitläufigen Firmenareal an der Grenze zwischen Windisch und Brugg? Steht eine Umnutzung an? Diese Frage stellt Wolfgang Hafner aus Windisch. In einem Leserbrief weist er auf die Löcher hin, die an der Südwestseite in der Fassade prangen, sowie auf die massive, provisorische Schutzdecke über dem einst feingliedrigen Eingangsbereich.

«Und vor wenigen Wochen wurden die Büromöbel aus dem Haus entfernt», stellt Hafner fest. Er fragt sich, ob nach dem Verkauf der Kabelsparte der Gruppe Brugg an den italienischen Energieversorger Terna sogar der Abriss vorgesehen ist dieses Werks des Brugger Architekten Carl Froelich.

Rechtliche und technische Möglichkeiten abgeklärt

Nach der neuen Bau- und Nutzungsordnung (BNO) in der Gemeinde Windisch fährt Hafner fort, soll dieses herausragende Objekt der regionalen Architekturkunst auch weiterhin geschützt werden. «Doch
ob dieser Schutz viel taugt, ist fraglich.»

Unter der alten Bau- und Nutzungsordnung stand das Gebäude unter Volumenschutz, bestätigt Roland Schneider, Leiter der Abteilung Planung und Bau in Windisch. Zurzeit gelte dieser Schutz noch.

Wegen einer laufenden Beschwerde steht eine weitergehendere Unterschutzstellung des Gebäudes aber offenbar zur Diskussion – und wurde aus dem zustimmenden Entscheid des Regierungsrats zur neuen Bau- und Nutzungsordnung ausgenommen.

Zum Verfahren kann sich Schneider nicht äussern. Nur so viel: Es seien Gespräche zum weiteren Vorgehen im Gang, Gutachten wurden erstellt. Abgeklärt würden die rechtlichen und technischen Möglichkeiten. Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Kabelwerke Brugg ist seit einigen Jahren im Eigentum der Brugg Immobilien AG. Bis Ende 2019 war die Kabelwerke Brugg AG Mieterin des Gebäudes.

Zwischennutzungen nur zeitlich befristet möglich

Im Laufe des dritten Quartals des vergangenen Jahres hat das Unternehmen die Büroarbeitsplätze in das zeitgemässe Grossraumbüro verlegt im Obergeschoss der nahe gelegenen Halle 14 an der Industriestrasse 19 – einerseits, weil die Fassade saniert respektive ersetzt werden muss und andererseits, weil den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das Arbeiten im Gebäude während der Bauzeit nicht zugemutet werden kann, erklärt Urs Bollhalder, Geschäftsführer der Brugg Immobilien AG. Aktuell werde die Sanierung der Fassade geplant.

Betreffend der Nutzung des Gebäudes sind Abklärungen im Gang, fügt Bollhalder an. Eine Lösung zu finden, sei allerdings nicht einfach, da eine Nutzung durch die Gruppe Brugg derzeit nicht in Betracht komme und Drittnutzungen gemäss neuer Bau- und Nutzungsordnung nur für eine begrenzte Zeit als Zwischennutzungen in Frage kommen.

Wolfgang Hafner erwähnt in seinem Leserbrief auch den Umstand, dass dieses Geschäftshaus eine der wenigen Bauten aus der Region ist, die es als Kulturgut in das Inventar der Kantonalen Denkmalpflege geschafft haben. Es sei ein wohlproportionierter Bau, der «in seiner klaren kubischen Konzeption als sehr erwünschter Akzent innerhalb des sonst ungeordnet und wild wuchernden Bebauungsgebildes der kleinen Stadt» hervorsticht, habe der Beschrieb gelautet in der Fachzeitschrift «Bauen & Wohnen» aus dem Jahr 1957.

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Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

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