Brugg

Die Brugger Neujahrsblätter, die perfekte Begleiterin durchs Lesejahr

Umschlag der Brugger Neujahrsblätter 2014 mit einer «Trovatore»-Szene. Mhu

Umschlag der Brugger Neujahrsblätter 2014 mit einer «Trovatore»-Szene. Mhu

2012 drohte den Brugger Neujahrsblätter noch das Aus. Dann stiegen sie wie Phönix aus der Asche. Auch die Ausgabe 2014 überzeugt mit ihrem Konzept. Heute Sonntagnachmittag wird sie im Salzhaus der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Brugger Neujahrsblätter standen 2012 vor dem Abgrund, da die Publikation nicht mehr ausreichend verkauft werden konnte. Aber dann gelang es innert neun Monaten, die Ausgabe 2013 neu zu konzipieren. Neu waren der weit höhere Anteil von Artikeln als bis anhin, die weit gefassteren Themen sowie die verstärkten optischen Anreize. Die Resonanz darauf zeigte: Die Brugger Neujahrsblätter 2013 wurden für breite Bevölkerungskreise zu einer Begleiterin durchs ganze Jahr.

Die heute im Salzhaus präsentierte Ausgabe 2014 vertieft das 2013 erstmals realisierte, neue Konzept. Wiederum beeindruckt zunächst die Fülle der Artikel.
26 sind es, die ein denkbar breites Spektrum innerhalb der Hauptkapitel Kunst/Kultur, Gesellschaft, Wirtschaft/Politik sowie Rückblick abbilden. Analog zur Ausgabe 2013 spielt auch jene von 2014 mit der Länge der Texte; eines lässt sich aber sagen: Sie sind länger, dürfen auch länger sein. Skeptiker werden prompt die Frage stellen: Ist das leserfreundlich? Ja. Es kommt «nur» darauf an, wie sie geschrieben sind – die Leserschaft muss ja, mitunter über viele Seiten hinweg, bei Laune gehalten werden. Generell unternimmt man gerne Streifzüge in dem 171 Seiten aufweisenden Band. Sei es, indem man eintaucht in das «Trovatore»-Spektakel der Oper Schenkenberg oder in die von Jean Deroc begründete, von Brigitta Luisa Merki fortgesetzte Tanztradition in der Klosterkirche Königsfelden. Könnten Autoren eine Hand aus den Spalten recken – eine ergriffe die Leserin ganz bestimmt: jene von Urs Augstburger. Mit «Brugger sind überall – oder: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie den Klappentext» betitelt er seinen famosen Text über Entstehung und Folgen seines Jugendfestromans «Als der Regen kam».

Die Leserin blättert weiter und bleibt an einem Thema hängen, das auch sie in diesem Jahr als Journalistin beschäftigt hat: «Hundertfacher Tod am Bruggerberg». Was 2012 am Remigersteig entdeckt wurde, war eine Sensation – ein bisher unbekanntes römisches Gräberfeld im Nordwesten von Vindonissa. Jürgen Trumm und Hermann Brugger erläutern; die Fotos ergänzen das Geschriebene aufs Schönste.

Willkürlich, aber stellvertretend für weitere Perlen, seien erwähnt: Der Artikel über den Brugger Max Kuhn («Er ist alles, nur nicht pflegeleicht»), aber auch jener über den einstigen Rottweiler Weltklasseboxer Luan Krasniqi. Fein, weil hierin an die seit 100 Jahren bestehende Städtefreundschaft zwischen Brugg und Rottweil erinnert wird. Und am Ende kommt das, was als Gedächtnis der Region unverzichtbar ist: die umfangreiche Jahreschronik.

Brugger Neujahrsblätter 2014 – Herausgeberin: Effingerhof AG, Brugg

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