Unterschriftensammlung
Die Brugger Naturverbände kämpfen für die Grünflächen

Die Naturverbände aus Brugg wollen nicht, dass die Grünflächen im Gebiet «Nüechtler» und «Unterhag» verschwinden. Sie lancierten eine Unterschriftensammlung und äussern ihren Unmut über das Vorgehen des Stadtrats.

Michael Hunziker
Merken
Drucken
Teilen
Vor dem Stadthaus in Brugg überreicht Myrta Pruijs die Unterschriften im Beisein der Vertreterinnen der Brugger Naturverbände an Stadtammann Daniel Moser.

Vor dem Stadthaus in Brugg überreicht Myrta Pruijs die Unterschriften im Beisein der Vertreterinnen der Brugger Naturverbände an Stadtammann Daniel Moser.

Michael Hunziker

Die Natur- und Vogelschutzvereine aus Brugg wehren sich dagegen, dass die Gebiete «Nüechtler» und «Unterhag» im kantonalen Richtplan ins Siedlungsgebiet aufgenommen werden. Mit einer Unterschriftensammlung unter dem Titel «Grünflächen opfern?» setzen sie sich dafür ein, dass die 4,4 Hektaren grossen Landschaftsschutzzonen in Umiken und bei der Badi in Altenburg erhalten bleiben. In 17 Tagen kamen knapp 900 Unterschriften zusammen. Am Montagmittag sind diese an Stadtammann Daniel Moser überreicht worden.

Der Einsatz für die beiden Landschaftsschutzzonen sei ein Anliegen aus der Bevölkerung, sagte Myrta Pruijs, Aktuarin beim Natur- und Vogelschutzverein Brugg. Es sei nötig, etwas zu unternehmen, handle es sich doch um Naherholungsräume, in denen auch seltene Pflanzenarten zu finden seien. Mit den Unterschriften werde gleichzeitig der Unmut kundgetan über das Vorgehen des Stadtrats, fuhr Myrta Pruijs fort. Denn dass die Gebiete «Nüechtler» und «Unterhag» ins Siedlungsgebiet überführt werden sollen, hätten die Naturverbände erst über Umwege erfahren. «Das ist nicht in Ordnung.»

Stadtammann Daniel Moser lobte das Engagement der Naturschützer und räumte ein, dass bei den Abläufen und bei der Kommunikation rund um den Richtplan-Entwurf nicht alles optimal gelaufen sei. Allerdings hätten sich bei den Verfahren einzelne Ereignisse überschlagen. Moser betonte, dass der Stadtrat zu den Landschaftsschutzzonen Sorge tragen will. Es sei nicht die Absicht, die Gebiete einzuzonen oder gar zu überbauen. Dafür müssten viele weitere Schritte folgen. Vielmehr sei es eine Möglichkeit für eine Siedlungserweiterung, wie sie der Stadt laut der kantonalen Planung zusteht. Trotzdem: Er habe gewisses Verständnis für die Unsicherheiten, die aufgekommen seien, so Moser.

Sie setze grosse Hoffnung darauf, sagte Myrta Pruijs abschliessend, dass es «zugunsten der Natur» gut herauskomme, dass den Anliegen der Bevölkerung Rechnung getragen werde und umsichtig und verantwortungsvoll mit den geschätzten Grünflächen umgegangen werde.

Am Dienstag steht der Entwurf des Richtplans im Grossen Rat zur Diskussion. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, werden die Brugger Naturverbände Kopien der Unterschriftsbögen auch an Grossratspräsident Markus Dieth übergeben.