Brugg

Die Brugger Kampfmannschaft ist erfolgreicher als jede andere

Mitglieder des Jiu-Jitsu- und Judo-Clubs Brugg haben in den letzten zwölf Jahren gleich zehn Schweizer Meister Titel abgestaubt. Als der Club 1960 gegründet wurde, wurde noch auf Heu geübt – heute reisen die Kämpfer für das Training nach Südamerika.

Zehn Schweizer-Meister-Titel innert zwölf Jahren - die Judo Kampfmannschaft des Jiu-Jitsu- und Judo-Clubs Brugg (JJJC Brugg) ist erfolgreicher als jede andere. Auch bei den Schweizer-Einzel-Meisterschaften in den Jahren 2006, 2008 und 2010 war der Judo-Club Brugg der erfolgreichste Verein der Schweiz.

Ein sportlicher Kindergarten

330 Mitglieder jeder Alterskategorie gehören dem JJJC Brugg an. Zählt man das Kinderjudo, die Jiu-Jitsu Gruppe, das Breitensportjudo und das Wettkampftraining zusammen, kommt man auf 20 Kurse, die pro Woche angeboten werden - darunter allein fünf Trainings für Kinder.

«Früher durfte man bei uns erst ab acht Jahren ins Judo. Wir fanden, dass Kinder unter acht Jahren nicht in der Lage sind, die komplexen Bewegungsabläufe geistig zu begreifen», sagt Benjamin Simmen, Präsident des JJJC Brugg. In den letzten Jahren habe sich das Angebot für die Kleinen allerdings geändert. «Nun gibt es bereits ab sechs Jahren die sogenannten Kids. Wir bringen den Kleinen zwar die Judo-Werte bei, aber es ist mehr mit einem sportlichen Kindergarten gleich zusetzten», sagt Simmen. «Wir bringen den Kleinen ruhiges Stehen oder auch den ‹Heubürzel› bei.»

Auch bei den Sportlerkategorien der Älteren gibt es Unterschiede. «Es gibt die Breitensportler, die Judo als Freizeitsport machen, und die Spitzensportler, die an den Wettkämpfen teilnehmen.» Im JJJC Brugg seien beide Kategorien vertreten, so Simmen. «Obwohl die Trainings verschieden sind, separieren wir nicht gross. Immerhin geht es primär darum, zusammen aktiv zu sein. Der Wettkampf steht im Hintergrund.» Der grösste Unterschied sei, dass ein Breitensportler ein bis zwei Mal die Woche das Training besuche, während ein Spitzensportler jeden Tag trainiere und dazu praktisch jedes Wochenende einen Wettkampf bestreite.

«In einem Club werden sowohl Spitzensportler als auch Breitensportler gebraucht», sagt Simmen. «Die Spitzensportler brauchen einen Verein, der funktioniert, der Fan ist und der sie begleitet.» Das gelte vor allem für die Kampfmannschaften. Und für die Breitensportler seien die Spitzensportler eine Motivation. «Damit profitieren beide voneinander.»

Die Älteren helfen den Jüngeren

«Schön für mich ist, dass der JJJC Brugg wie eine Familie ist», sagt Simmen. «Nach dem Training etwas trinken zu gehen gehört dazu.» Da der JJJC Brugg zwei Kampfmannschaften hat, gehören Heimanlässe - von den Klubmitglieder immer gut besucht - mit zum Programm. «Dabei kommen auch Familien mit ihren Kindern. So sehen die Kleinen, was eines Tages aus ihnen werden könnte.»

Das Familiäre spüre man auch bei den normalen Trainings. «Es kommt nicht selten vor, dass ein 70-Jähriger einem 10-Jährigem beim Training hilft und mit ihm alle Grundübungen durchgeht.»

Olympia-Training in Südamerika

Trotz vieler Heimspielen gehören auch internationale Wettkämpfe für die Spitzensportler dazu. Da kommt es nicht selten vor, dass im Ausland trainiert wird. «Zur Vorbereitung auf die letzte Olympiade wurde beispielsweise in Südamerika trainiert», sagt Simmen.

Eine Inspiration für die Judokas sei vor allem ein Trainingslager in Japan gewesen, das sie besuchten. «In Japan hat Judo noch einen ganz anderen Stellenwert. Diese Energie einmal zu spüren, tut den Judokas gut», so Simmen.

Erste Trainings auf dem Heu

1960 wurde der JJJC Brugg von Albert Frey, Franz Brandenberg, Hans Hofstetter und Willi Finsterwald gegründet. Damals wurde noch bei Albert Frey zu Hause auf einer mit Heu belegten Wiese trainiert.

Nach einem Jahr wechselten die Mitglieder des JJJC Brugg in den Schwingkeller des Schulhauses Hallwyler in Brugg. Auch dort war die Unterlage alles andere als perfekt: Da das Sägemehl für die Schwinger auf dem Boden verteilt war, mussten die Judokas immer eine Blache darüber spannen, um nicht zu viel Sägemehl zu schlucken.

Heute, 52 Jahre später, wird in der Merzweckhalle Mülimatt trainiert. Dies ist auch nötig - immerhin ist der JJJC Brugg mit seinen 330 Mitgliedern der zweitgrösste Sportverein in Brugg.

Weitere Infos zum Jiu-Jitsu- und Judo-Club Brugg auf der Website des Klubs: www.jjjcbrugg.ch.

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