Brugg
Die Brugger Altstadt wird zum Studienobjekt

Altstädte sind Gebiete, bei denen man sich gut überlegen muss, wie man sie in Zukunft erhalten und nutzen kann. Studierende der ZHAW suchen nach Wegen, um die Altstadt fit zu machen.

Louis Probst
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«Die Entwicklung der Altstädte ist allgemein ein aktuelles Thema», sagt Jürg Dietiker, Dozent an der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften Winterthur (ZHAW) – und Bewohner der Brugger Altstadt. «Die Entwicklung der Altstädte ist daher auch für eine Schule, wie die ZHAW, ein wichtiges Thema. Altstädte sind Gebiete, bei denen man sich gut überlegen muss, wie man sie in Zukunft erhalten und nutzen kann.» Im Rahmen ihres Masterstudiums am Zentrum Urban Landscape an der ZHAW setzen sich jetzt vier Studierende mit der Entwicklung der Brugger Altstadt auseinander. Die Brugger Altstadt wird zum Studienobjekt.

«Wir haben Brugg auch deshalb ausgewählt, weil die Studie zur Entwicklung der Brugger Altstadt, die Samuel Flükiger im vergangenen Jahr vorgestellt hat, eine gute Basis bildet, um einen Schritt weiter ins Detail zu gehen», betont Jürg Dietiker. Und Max Bosshard, der Leiter des Zentrums Urban Landscape, sagt: «Unser Anliegen ist es, aktuelle Projekte auszuschreiben und brisante Problemstellungen aufzugreifen. Insofern haben diese Arbeiten einen Realitätsbezug. Es sind nicht Aufgaben, bei denen die Dozenten von vornherein wissen, was herauskommt.»

Interessante Ausgangsszenarien

Das gilt auch für die Masterarbeiten zur Brugger Altstadt. Basis für diese Arbeiten bilden vier Szenarien. Nämlich eine Altstadt als «Kleinstadtkiez», wobei «Kiez» für ein «ruhiges Wohnquartier für junge Familien mit urbaner Lebensweise» steht; eine Altstadt als «Biotop der Kreativwirtschaft», das heisst als Wohn- und Arbeitsstätte von Menschen, die in wissenschaftlichen, EDV-technischen oder gestalterischen Berufen tätig sind; eine Altstadt als «Westend» für gehobenes Wohnen für gut situierte, kinderlose Doppelverdiener und schliesslich eine «Campus-Altstadt», die von Studierenden und Dozierenden an der Fachhochschule als Wohn- und Arbeitsort genutzt wird. «Es sind Szenarien, die auf der Hand liegen und den Trends entsprechen», betont Max Bosshard. «Es sind aber keine Prognosen. Es geht um mögliche Entwicklungen und um die Frage, was zu tun ist, um die gewünschte Entwicklung einzuleiten.» Über eine Analyse der Stadt Brugg im Kontext der Region, eine Strukturanalyse der Altstadt, typologische Untersuchungen der Altstadtbauten und Renditeberechnungen werden schliesslich für die vier Szenarien städtebauliche Konzepte entwickelt und Empfehlungen formuliert.

Nach einem Gespräch mit Stadtrat Christoph Brun und einer Führung durch Titus Meier durch die Altstadt werden sich jetzt die vier Studierenden – Daniel Bernthaler, Manuel Fin, Piero Bühler und Nedi Djokic – in den nächsten Wochen auch vor Ort intensiv mit der Brugger Altstadt und ihren Problemen, aber auch Potenzialen auseinandersetzen.