Veltheim/Brugg
Die BL Fenster AG ist Konkurs – 64 Mitarbeiter verlieren ihre Stelle

Der Konkurs des bekannten Aargauer Fensterherstellers ist eröffnet. «Wir haben alles versucht und bis zum Schluss gekämpft», sagt Geschäftsführer Samuel Lüscher. Schuld am Aus sind ausstehende Zahlungen und Unstimmigkeiten mit grösseren Generalunternehmen.

Michael Hunziker
Merken
Drucken
Teilen
Die Türen der BL Fenster AG – hier der Standort in Veltheim – bleiben zu. «Wir haben bis zum Schluss gekämpft», sagt Firmeninhaber und Geschäftsführer Samuel Lüscher.
4 Bilder
Der Konkurs ist per 10. August vom Bezirksgericht Brugg eröffnet worden.
BL Fenster AG
Das Unternehmen zählte nach eigenen Angaben zu einem der führenden Fensteranbieter in der Schweiz.

Die Türen der BL Fenster AG – hier der Standort in Veltheim – bleiben zu. «Wir haben bis zum Schluss gekämpft», sagt Firmeninhaber und Geschäftsführer Samuel Lüscher.

Michael Hunziker

Die BL Fenster AG empfängt ihre Kunden wieder nach den Betriebsferien, heisst es auf einem Zettel an der Türe am Firmenhauptsitz in Veltheim. Allerdings: Dazu wird es nicht kommen. Die Türen sind verschlossen – und sie werden es bleiben.

Der Konkurs sei per 10. August vom Bezirksgericht Brugg eröffnet worden, bestätigt der Konkursbeamte Roland Laube vom Konkursamt in Brugg. «Der Betrieb wird nicht mehr wiedereröffnet.»

Eine Begehung habe bereits stattgefunden, die ersten Besprechungen seien mittlerweile erfolgt, fügt Laube an. Jetzt gehe es darum, alle entscheidenden Daten zusammenzutragen, das Inventar zu erfassen, das Organisatorische für das – freigestellte – Personal zu regeln sowie die nötigen Massnahmen mit den Gläubigern in die Wege zu leiten. «Wir stehen noch ganz am Anfang des Verfahrens und müssen Schritt für Schritt vorgehen.»

Zahlungen blieben aus

Betroffen von der Schliessung sind insgesamt 64 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Veltheim sowie am Produktionsstandort in Brugg. Dieser Schritt sei auch für ihn sehr schnell gekommen, sagt Firmeninhaber und Geschäftsführer Samuel Lüscher. «Das war so nicht geplant. Wir haben alles versucht und bis zum Schluss gekämpft.» Noch vor den Betriebsferien im Juli habe es danach ausgesehen, als könne ein Weg in die Zukunft gefunden werden, fährt Lüscher fort. Grössere ausstehende Zahlungen sowie zusätzliche Unstimmigkeiten mit grösseren Generalunternehmen hätten schliesslich aber zum Aus des Unternehmens geführt. «Es ging einfach nicht mehr.»

Die Fensterbranche sei seit einiger Zeit unter Druck, stellt Lüscher fest. Mit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses im Januar 2015 sei die Lage noch schwieriger geworden. Am Ende sei es der Konsument, der sich für oder gegen ein Schweizer Produkt entscheide, gibt Lüscher zu bedenken. «Ein Dank gebührt jedoch allen Kunden der BL Fenster AG.»

Für die Schweiz entschieden

Die Firma verfügte neben den Standorten Veltheim und Brugg auch über eine Ausstellung in Rothrist. Das Unternehmen zählte nach eigenen Angaben zu einem der führenden Fensteranbieter in der Schweiz. Vor zehn Jahren habe die Firma vor der Entscheidung gestanden, den Maschinenpark zu vergrössern und zu modernisieren oder im Ausland Fertigprodukte zu beziehen. Die BL Fenster AG habe sich bewusst für die Produktion in der Schweiz und die Nähe zum Kunden entschieden, um hochwertige Produkte sowie einen ausgezeichneten Service vor Ort bieten zu können, so das Unternehmen.

2014 konnten die Produktionskapazitäten für Kunststoff-Fenster und Schiebetüren in Brugg auf eine Gesamtfläche von 6500 Quadratmeter ausgebaut werden. Die Produktion von Alufenstern und -türen, Eingangsfronten, Glasdächern sowie Balkonverglasungen blieb im Werk Veltheim angesiedelt.