Fasnacht
Die besten Schnitzelbänke aus Brugg – So schön war Camping noch nie!

Herzhaft lachen – ausgelassen feiern: Ein Besuch im Salzhaus lohnt sich in diesen närrischen Tagen hundertprozentig

Michael Hunziker
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Brugg Schnitzelbank
6 Bilder
Guggenmusik Schwellbaumschränzer Windisch
Oschterzäpfe
D Wüehlmüüs
Galgevögel
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Brugg Schnitzelbank

Michael Hunziker

Ferien- und Partystimmung kommt auf beim Verein Värslischmitte Brugg:

Unter dem Motto «CIGUGEGEL – Camping isch geil und git e gueti Lune» verwandelt sich das Salzhaus in einen veritablen Zeltplatz, inklusive Sonnenschirmen, Liegestühlen und Wäscheleinen.

Schlag auf Schlag geben sich in diesen Fasnachtstagen die Schnitzelbankgruppen und Guggenmusiken die Klinke in die Hand, sorgen für Heiterkeit gleichermassen wie für Ausgelassenheit. Um die Moderation und den reibungslosen Ablauf kümmert sich – kompetent, souverän und ausgestattet mit roter Dächlikappe – Peter Haudenschild. Zum letzten Mal «voll unter Strom auf der Bühne» übrigens, denn nach fünf Jahren als Ansager will er sich künftig anderen Aktivitäten widmen.

Beim Auftakt am Donnerstagabend hat die Aargauer Zeitung einen Augenschein – und ein Ohr voll – genommen im proppenvollen Salzhaus. Ein Besuch auf dem Campingplatz, so viel vorweg, kann jeder und jedem wärmstens empfohlen werden. Besonders angenehm: Es braucht weder Schlafsack noch Gaskocher.

Der Badener Stadtammann, wie könnte es anders sein, kommt auch in Brugg nicht ungeschoren davon. Die Galgevögel meinen:

Ich wär doch fürs Läbe –
gärn Stadtamme worde
Drum han y mi in Bade –
für dä Poschte beworbe
Me chön mi nit bruche –
es seig kei Bedarf
Und das Selfi won y gschiggt heig –
seig viel z’wenig scharf

Aber – selbstverständlich – muss auch das Brugger Stadtoberhaupt Dani Moser dran glauben:

Me sött zum überläbe –
gnueg Notvorrot ha
Es Minimum das bruchts –
zäh Kilo pro Maa
Ich glaub unser Mass –
muss de Stadtamme si
Dä het vorbildlich sie Notvorrot –
immer derbi

Einem Atommüll-Endlager kann durchaus Positives abgewonnen werden:

Was KAIBs – goht uf em Bözbärg –
die Lüt händ kei Muet
Es Ändlager wo heizt –
jo das wär doch no guet
S’isch es Gschänk wo au strahlet –
hejo s’isch doch wohr
Und das langfrischtig – sii –
mäng tuusig Johr

D Wüehlmüüs nehmen die Warterei bei der altersschwachen Lichtsignal-Anlage auf der Casino-Kreuzung gelassen:

D Sunne schynt,
ich streck mini Latsche,
denn tuen ich mich
in Liegestuehl pflatsche
und trinke no en Moscht, en chalte,
bis d Ample bim Casino
uf grüen tuet schalte.

Das neue Busterminal «Bahnhof Campus» hat durchaus seine Vorzüge:

Am Bahnhof hets
neu zwei Busstatione.
Wenn me weiss wo ane,
tuet sich das lohne.
Mer chönne z Brugg jetz sicher sy,
d Windischer styge dört äne y.

Die Abwahl der Pfarrerin in Umiken hat für viel Gesprächsstoff gesorgt im letzten Jahr:

Obwohl ihn e Korruptionsaffäre quält,
wird dr Sepp Blatter wiedergwählt.
Drum hett en Abwahl
uns chly gschockt:
Was hett in Umike d Frau Pfarrer
verbockt?

Hohe Wellen geworfen hat das Kuschelverbot im Thermalbad – betroffen waren selbst die Rollator Grosis:

Ich bin weg mim Rheuma,
well’s zwickt dert und do
Ist Thermi uf Schinznach,
min Schatz isch mitcho
De Spass am Bade händs eus sehr glii gno
wägeme Küssli hemmer sofort
weder müesse goh!

Und noch einmal Lichtsignal auf der Casino-Kreuzung – für die Seniorinnen ist die Warterei doch mit negativen Begleiterscheinungen verbunden:

Die alti Ample be der Casinobrugg,
deren eri beschte Zyte
legid au scho lang zrugg
Ich han be rot ewigs gwartet,
bis i zletsch am End
So alt gsi ben, dass s’mer
d’Fahrerlaubnis wäg gnoh händ!

Die 3 vo Brugg haben tüchtig eingeheizt und gleich eine ganze Musikkapelle auf die Bühne mitgebracht . . . «powered by Heyof4» heisst das in der Fachsprache. Als Fussgänger leben sie gefährlich:

Wotsch bim Bahnhof über d Stross
au bi dr Poscht – isch öppis los
ei Verkehr dur eusi Stadt
für d’Fuessgänger isch das nit glatt
ei Vorteil häts – wirsch überfahre
dr Bitrag chasch für Exit spare

Beim Eurovision Song Contest hat die Schweiz zwar nichts zu melden, die Siegerin aus Österreich hat es den Eidgenossen gleichwohl angetan:

Bim Grillstand dört am Neumärt obe
gits e Uswahl s’isch zum lobe
vo St. Galle – dört die wisse
und d’Cervelats die chasch guet bisse
vom Bio Buur die Schwynige
und d’Mergez si vo Rinike
was dörfs denn si? Frogt dr Burscht
mir hätte gärn: e Conschita Wurscht

Aha, jetzt haben wir es schwarz auf weiss und wissen endlich, woher die Schnitzelbankgruppen ihre Einfälle haben:

d’SNB mit ihrne Manne
haue dr Franke voll in d’Pfanne
d Wirtschaft muess jetzt rächt studiere
au mir Bänkler wei profitiere
mit tüen no schnäll ins Dütsche laufe
dört chasch jetzt günschtig
Pointe chaufe.