Schinznach-Dorf

Die Baumschulbahn ist seit 35 Jahren mit Volldampf unterwegs

Hochbetrieb beim Start in die Saison der Baumschulbahn in Schinznach-Dorf. Neben viel Dampf gabs auch eine rostige Neuigkeit zu bewundern: Die 50 PS Jung Dampflok «Antracita», Baujahr 1906.

Im April 1978 fuhr der erste Zug mit Fahrgästen auf dem etwa drei Kilometer langen Rundkurs durch die Baumschule Zulauf in Schinznach-Dorf. Und jetzt wird wortwörtlich mit Volldampf jubiliert. Am Wochenende war bei herrlichem Wetter Start in die Saison 2013. Die rund 30 Aktiv- und 70 Passivmitglieder vom Verein Baumschulbahn – vom Jüngling bis zum hochbetagten Senior, vom einfachen Handwerker bis zum Ingenieur – haben auf diesen Tag hin gefiebert. Und sie wurden nicht enttäuscht. Das Publikum kam in Scharen und genoss die Fahrt durch die Baumschule, rund um den Baumschulsee und den Weitblick hinauf zum Schloss Habsburg und zum Schloss Wildegg.

Dampfzug-Oldies zum Bestaunen

Streng hatten es die vielen Hobbyfotografen, denn sie alle hofften auf den besten Schnappschuss vom Moment, als die «Seguaia» so richtig Volldampf gab. Nicht vergessen wurden aber deswegen die anderen Fahrzeug-Oldies, die am Baumschulsee bewundert werden konnten.

Neben dem Werkstattbeizli präsentierte der Verein erstmals öffentlich seine «jüngste», noch total rostige Erwerbung, die in vielen Arbeitsstunden wieder «fit» gemacht werden soll: Die 50 PS Jung Dampflok «Antracita», Baujahr 1906. Sie wurde einst an die Firma Minas y Ferrocarril de Utrillas in Spanien geliefert. Als diese 1966 den auf 600 mm eingestellten Betrieb einstellte, kam die Lok bis in die 80er-Jahre zuerst in deren Rundlokschuppen, bevor sie einem Sammler verkauft wurde. Als dieser später seine Sammlung auflöste, wurde die «Antracita» vorübergehend heimatlos. Das heisst bis aufmerksame Aktivmitglieder der Baumschulbahn Schinznach-Dorf davon erfuhren und spontan beschlossen: «Die wollen wir, die passt in unsere Sammlung alter Dampfloks!» Und um die Vereinsfinanzen durch den Kauf der «Antracita» nicht übermässig zu belasten, haben sie zusammen spontan über 15 000 Franken gesammelt, was mehr als die Hälfte vom Kaufpreis ist.

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