Der Verein Authentica Schweiz mit Sitz in Solothurn, der seine Spezialitätenmesse schon dreimal bei der Klosterkirche Königsfelden durchgeführt hat, steht vor einer ungewissen Zukunft und braucht dringend Geld: Bis Mitte Dezember sollen über die Crowdfunding-Plattform Wemakeit 55'000 Franken zusammenkommen. 23 Tage vor Ablauf der Sammelfrist haben schon

47 Unterstützer 21'290 Franken gespendet. Als Gegenwert gibts Gutscheine, Eintritte und Handwerkprodukte von Kleinproduzenten der Authentica.

In Brugg-Windisch hat die Authentica seit 2016 jeweils im Frühjahr in und um die Klosterkirche Königsfelden stattgefunden. Bei der Premiere war es kalt und nass. An den vier Messetagen wurden damals total 2700 zahlende Besucher gezählt. Ein Jahr später dauerte die Messe nur noch drei Tage, lockte aber 4500 Besucher (4200 Erwachsene und 300 Kinder) nach Königsfelden. Deutlich geringer war das Publikumsinteresse diesen April, dem ersten durchgehend sonnigen Wochenende: Nur noch 2300 Besucher kamen innert dreier Tage zur Klosterkirche. Dennoch zeigte sich Organisatorin Sarah Christ danach optimistisch: «Mit Museum Aargau haben wir bereits mögliche Termine für die Ausstellung im Jahr 2019 angeschaut und werden diese bald fixieren.»

Premiere im Schloss Waldegg

Zwar haben die Authentica-Verantwortlichen die Klosterkirche Königsfelden für ein Wochenende im April 2019 reserviert, doch ob es tatsächlich zu einer weiteren Spezialitätenmesse in Brugg-Windisch kommen wird, ist derzeit völlig offen. Alles hängt laut Sarah Christ vom Erfolg des Crowdfundings ab. Auf der minimalistischen Authentica-Website ist für 2019 aktuell nur eine Messe – erstmals im Schloss Waldegg in Solothurn – angekündigt. Für die Zeit vom 30. Mai bis 2. Juni.

Als Ursache für die schwierige finanzielle Lage von Authentica nennt Sarah Christ auf Nachfrage der AZ vier Hauptgründe: Erstens fand dieses Jahr erstmals seit der Gründung 2012 keine Authentica in Solothurn mehr statt. Und dies war immer die am besten besuchte Messe im ganzen Jahr. Das hat damit zu tun, dass sich nach der letzten Authentica 2017 im Kapuzinerkloster Solothurn die Wege des Vereins und von Mitorganisator Urs Bucher getrennt haben. In der Folge kam es zu personellen Wechseln, die viel Zeit und Geld beanspruchen, führt Christ als zweiten Grund an.

Unter den eigenen Erwartungen

Zusätzlich erschwerend ist es laut Christ auf der Einnahmeseite gewesen, weil die Messen in diesem Jahr unterdurchschnittlich besucht waren. Mit nur noch 2300 Besuchern in Königsfelden und lediglich 1700 bei der Premiere in Pratteln blieb der Verein Authentica unter den eigenen Erwartungen. Auch für andere Projekte wie die Lancierung einer neuen Website werde Geld benötigt, nennt Christ den vierten Grund für das aktuelle Crowdfunding. Höhere Sponsoring-Einnahmen wären hier hilfreich gewesen. Dies will man nächstes Jahr verstärkt angehen.

Aufgeben mag der Verein auf jeden Fall nicht. «Wir sind bereit für den Umbruch und einen Neustart», betont Christ. Dies habe auch mit den internen Strukturen zu tun. Aussagen zum Programm im nächsten Jahr kann sie erst machen, wenn das Crowdfunding abgeschlossen ist: «Mitte Dezember werden wir wissen, ob wir 2019 wieder nach Königsfelden kommen können und auch, ob die Messe im Schloss Waldegg in Solothurn realistisch ist.» Wird das Geldsammelziel nicht erreicht, ist das Authentica-Kapitel zu Ende.