Bezirk Brugg

Die attraktive Lage schlägt beim Eigenmietwert zu Buche

Die Preissteigerungen geben die Attraktivität der Wohnlagen wieder

Die Preissteigerungen geben die Attraktivität der Wohnlagen wieder

Je grösser die Nachfrage nach Wohnraum in einer Gemeinde, desto höher ist das Preisniveau.

Auf dieses Jahr sind im Kanton Aargau die Eigenmietwerte angepasst worden. Eine Abnahme ist im Bezirk Brugg in keiner Gemeinde zu verzeichnen. In Villnachern bleibt alles beim Alten, in den anderen Gemeinden sind Zuschläge von 6 bis 24 Prozent zu verzeichnen.

«Die unterschiedlichen Anpassungsfaktoren der Eigenmietwerte gehen auf die unterschiedliche Entwicklung der Immobilienpreise und der Mieten der letzten rund 15 Jahre in den Gemeinden zurück», erklärt Dave Siegrist, Vorsteher des Kantonalen Steueramts im Departement Finanzen und Ressourcen. Die Preissteigerungen, fährt er fort, geben die Attraktivität der Wohnlagen wieder. «So verzeichnen Gemeinden mit guter Wohnlage eine erhöhte Nachfrage nach Wohnraum mit entsprechend regerer Bautätigkeit, was sich schliesslich in einem stärkeren Bevölkerungswachstum ausdrückt.»

Der Vergleich der Gemeinden Veltheim und Villnachern bestätigt laut Siegrist diese Aussage. «In Veltheim wurde in den vergangenen Jahren bedeutend mehr gebaut als in Villnachern. Entsprechend ist das Preisniveau in Veltheim stärker angestiegen als in Villnachern, sodass jetzt in Veltheim eine Erhöhung des Eigenmietwerts erfolgt, während in Villnachern der Eigenmietwert gleich bleibt.» Gemeinden, in denen die Eigenmietwerte erhöht werden, können gemäss Siegrist mit etwas mehr Steuereinnahmen bei den Einkommenssteuern rechnen.

Eigenmietwert Brugg

Das Steuersoll steigt an

Sibylle Boss, Gemeindeschreiberin in Schinznach, pflichtet diesen Aussagen bei. Sie verweist auf die Markterhebung durch die Sektion Grundstückschätzung des Kantonalen Steueramts, die als Grundlage für die Festlegung der Zu- und Abschläge diente. Die Gemeinde Schinznach beurteile die Anpassung als positiv. «Hauptgründe für die Mietpreisänderungen dürften aus Sicht der Gemeinde die wirtschaftliche und verkehrstechnische Entwicklung sowie die Knappheit des Wohnungsangebots in den letzten 16 Jahren sein», hält Sibylle Boss fest. Für die Gemeinde bedeute die Anhebung des Eigenmietwerts auch ein Anstieg des Steuersolls. Schinznach dürfe mit einer Erhöhung der Einkommens- und Vermögenssteuern von 2,1 Prozent rechnen, was rund 100 000 Franken ausmache. Apropos: Bei der Abteilung Steuern seien in den letzten Wochen verschiedene Anfragen eingegangen, weil Steuerpflichtige den Eindruck hatten, der Eigenmietwert sei bereits für die aktuelle Steuererklärung rechtswirksam.

Die neuen Werte werden zwar in den provisorischen Steuerrechnungen 2016 berücksichtigt. Zu deklarieren sind sie jedoch nicht in der aktuell auszufüllenden Steuererklärung, sondern erst in einem Jahr mit der Steuererklärung 2016.

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Grafik: Elia Diehl

CartoDB: So verändern sich die Eigenmietwerte in den Gemeinden per 1.1.2016

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