Brugg

«Die Atmosphäre ist einzigartig» – das Open Air Lauschallee hat sich gemausert

Gute Musik auf der Bühne, gute Organisation drumherum mit viel Hingabe: Das Open Air Lauschallee ist bei Bands und Publikum gleichermassen beliebt. (Archivbild)

Was um die Jahrtausendwende klein begann ist stetig gewachsen. Das sagen die Organisatoren.

Jugendfestzeit ist Lauschallee-Zeit. Was 1998 und 2000 als kleines Open Air unter dem Namen «Openair Brugg» mit kleiner Bühne im Geissenschachen begann und vor dem Jugend- und Kulturhaus Piccadilly (Pic) seine Fortsetzung fand, hat sich zu einem bekannten Konzertanlass gemausert. Inzwischen hat es sich herumgesprochen, dass auf der Bühne zwischen Salzhaus und Pic gute Musik gespielt wird. Die Festbänke unter den lauschigen Platanen tun ihr Übriges, um eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen. Bands aus unterschiedlichsten Genres haben am «Lauschallee» ihren Auftritt, für jeden Musikgeschmack ist etwas dabei.

Das ist den Veranstaltern besonders wichtig. Bereits zum zehnten Mal ist Dominik Graf Organisator der «Lauschallee», gemeinsam mit Mirjam Keller und einem OK, das eine verschworene Einheit bildet. Graf hat zwar immer wieder den Anlauf genommen, die Organisation abzugeben. Ohne Erfolg. Es sei schwierig, eine Nachfolge zu finden. «Die Bruggerinnen und Brugger wollen das Fest lieber geniessen, das kann ich verstehen», sagt Dominik Graf. Von diesen gibt es viele. Ehemalige Pic-Leute, die extra für das «Lauschallee« zurück in die Stadt kommen, Heimweh-Brugger, die sich unter den Platanen treffen. «Es ist dieses Family-Feeling, welches das Open Air ausmacht», sagt Mirjam Keller. «Zu sehen, wie es den Leuten gefällt, ist super schön, ein Erfolgserlebnis.» Für Dominik Graf ist ein wesentlicher Bestandteil des Open Airs die einzigartige Atmosphäre. «Das Lauschige, das Zusammenkommen von Ehemaligen», sagt er.

Viermal mehr Bier verkauft

In den letzten Jahren wurde das Open Air stetig professionalisiert – organisatorisch, aber auch bezüglich Infrastruktur. Die Anmeldung für den Helferpool ist heute professioneller geworden «und im OK haben wir Ressorts gebildet, damit sich jeder auf seine Aufgaben konzentrieren kann», erklärt Mirjam Keller. Eine zweite Bar ist dazugekommen und die Gäste können sich mittlerweile auch mit Essen versorgen. «Wir achten darauf, dass sich unser Angebot nicht mit dem von anderen konkurriert», sagt Dominik Graf.

Die Besucher des «Lauschallee» können die Organisatoren jeweils nicht zählen. Ein Indikator dafür, dass das Open Air aber stark gewachsen ist, ist die Anzahl Bierfässer, die verbraucht werden. «Viermal mehr als vor zehn Jahren», sagt Dominik Graf. Und: «Vor Jahren noch haben wir mit dem Aufbau am Abend vorher angefangen. Ein Zelt, eine kleine Bühne und fertig.» Heute beginnen die Aufbauarbeiten bereits am Samstag. Dominik Graf und Mirjam Keller sind überzeugt, dass das Open Air noch mehr Wachstumspotenzial hat. Als schwierig gestaltet sich hauptsächlich die Helfersuche. «Wenn das jemand liest und Lust hat, mitzuhelfen, dann darf er oder sie sich gerne melden», sagt Dominik Graf augenzwinkernd.

Die Musik ist natürlich der Kern des Open Airs. Über 100 Bands aus dem In- und Ausland haben sich beworben. Genügend Bands zu finden, ist kein Problem. «Eher schwierig ist es, die richtige Mischung zusammenzustellen», sagt Mirjam Keller. Dieses Jahr sei es eine Herausforderung gewesen, regionale Künstler engagieren zu können. «Es gibt noch viele andere Open Airs und dann ist auch noch das Stadtfest.»

Als Highlight des diesjährigen «Lauschallee» nennt Dominik Graf die Band El Flecha Negra, die am Donnerstagabend als Hauptact gebucht ist. Dann will sich auch der Organisator kurz die Zeit nehmen und das Open Air einfach mal geniessen – neben der Bühne, unter den lauschigen Bäumen.

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