Bauarbeiten
Die Armee soll nicht auf Grund laufen

In der Aare und im untersten Abschnitt der Reuss wird gebaggert - damit die Armee mit ihren Booten ungehindert durchfahren kann.

Louis Probst
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«Nicht so weit zurück, dass ich dich noch herausziehen muss», meint Peter Grob lachend zum Fahrer des Tanklastwagens, der rückwärts auf die Baupiste manövriert. Schliesslich endet die Piste am Wasser. Genauer: an der provisorischen Furt, die bei der Vogelsangerbrücke über den Nebenarm der Aare angelegt worden ist.

Jenseits des Gewässers steht Peter Grobs Bagger. Knappe 10 Minuten lang ist Peter Grob mit seiner rund 100 Tonnen schweren Maschine vom Einsatzort vor der Reussmündung über die Geschiebebänke und durchs Wasser der Aare gerattert, um seinen Bagger beim nördlichen Brückenkopf der Vogelsangerbrücke aufzutanken. Und auf dem letzten Stück durch den Auenwald hat er mit einer Slalomfahrt sorgsam darauf geachtet, keinen der grossen Bäume zu verletzen.

Seit kurzem ist die Eberhard Bau AG (Kloten) im Auftrag des VBS, der Armasuisse Immobilien und des Departementes Bau Verkehr und Umwelt des Kantons mit Ausbaggerungen der Aare beschäftigt. (Die az Aargauer Zeitung hat über das Projekt berichtet.) Bei diesen Arbeiten geht es um die Freihaltung einer Fahrrinne für die Boote des Militärs.

Die Armee soll schliesslich nicht auf Grund laufen. Dazu werden unterhalb der Casinobrücke in Brugg rund 3700 Kubikmeter Geschiebe im Flussbett umgelagert. Als ökologische Massnahme wird zudem eine rund 170 Meter lange Zulaufrinne zum Strängli ausgebaggert. Dadurch soll gewährleistet werden, dass das ökologisch wertvolle Strängli stets Wasser führt. Gebaggert wird zudem im Bereich der Reussmündung. Dort werden in der Aare, etwas oberhalb der Reussmündung, und in der Reuss selber rund 14000 Kubikmeter Geschiebe ausgehoben. Das Material wird beim kleinen, baumbestandenen Inselchen vor der Reussmündung angeschüttet.

Baggern im Wasserschloss

Inzwischen sind die Arbeiten bei der Casinobrücke weitgehend abgeschlossen. «Wir sind jetzt, unter Begleitung eines Fischereibiologen, daran, Laichplätze anzulegen», erklärt Polier Hans Mathis von der Eberhard Bau AG. «Heute werden die beiden Bagger, die bei der Casinobrücke im Einsatz standen, ins Wasserschloss verschoben.» Hier wird bis Mitte November gearbeitet – vorausgesetzt, der Wasserstand erlaubt es.

Einer der Bagger ist mit einer GPS-Anlage ausgerüstet. Sie ermöglicht dem Baggerführer, der ja nicht auf den Grund des Flusses sehen kann, den Arm seiner Maschine anhand von Geländemodell und Bildschirm zu dirigieren. Ansonsten seien die Bagger nicht speziell für den Einsatz im Fluss ausgerüstet, erklärt Hans Mathis.

«Bereits im Vorfeld der Arbeiten sind aber zusammen mit Feuerwehr und Polizei Szenarien durchgespielt worden. Wir haben auch stets ein Rettungsboot des Militärs im Einsatz, das mit Ölbindemittel und Ölsperren ausgerüstet ist, falls denn etwas passieren sollte.»

Für Hans Mathis und seine Leute ist es aber nicht die erste Flussbaggerung. «Als Wasserfan freue ich mich, wieder einmal auf einer Wasserbaustelle zu arbeiten», sagt er.