Veltheim
Die Arbeiten an der Antennenanlage wecken Ängste – Anwohnerin kritisiert fehlende Information

Eine Hausbewohnerin aus Veltheim wundert sich über die Nicht-Information der Telekommunikationsanbieter.

Michael Hunziker
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Auf dem Dach des Hochhauses sind Arbeiten im Gange.

Auf dem Dach des Hochhauses sind Arbeiten im Gange.

zvg

Nicht schlecht gestaunt hat diese Woche eine Bewohnerin des markanten Hochhauses am Hübelweg in Veltheim. Von der aufmerksamen Nachbarschaft wurde sie darauf hingewiesen, dass auf dem Gebäudedach Arbeiten ausgeführt werden an den bestehenden Mobilfunkantennen.

Tatsächlich zeigte sich beim Augenschein: Hoch oben waren zwei Männer am Werk, vor dem Haus stand das weisse Firmenfahrzeug mit dem Schriftzug «Telecom» und dem Kenn­zeichen von Appenzell Ausserrhoden.

Sie hätte sich ein sensibleres Vorgehen gewünscht

Die Hausbewohnerin wunderte sich: Von den Tätigkeiten, von denen sie aus purem Zufall erfuhr, war ihr nichts bekannt. Weder von der Verwaltung oder den Telekommunikationsan­bietern sei sie informiert worden, «was ich aber absolut notwendig finde». Sofort tauchte bei ihr die Frage auf, ob die Massnahmen einen Zusammenhang haben mit der Umrüstung auf die 5G-Technologie, denn: «Man denkt automatisch an die schädlichen, sehr umstrittenen Antennen.»

Die Hausbewohnerin machte sich kurzerhand auf den Weg zu den beiden Männern. Diese stammten aus Rumänien und seien sehr freundlich gewesen. «Zum Glück spreche ich Englisch und konnte mich so mit ihnen verständigen.» Der Hausbewohnerin wurde versichert, dass allfällige Ängste unbegründet seien. Es werde im Auftrag der Telekommunikationsanbieter eine Software entfernt, künftig sei sogar mit einer kleineren Strahlenbelastung zu rechnen.

Ein fahler Nachgeschmack hinterlässt die Geschichte aber trotzdem bei der Hausbewohnerin: Denn gerade in der aktuellen, teilweise hitzig geführten Diskussion um die neuen Technologien sowie die Handystrahlung und die Grenzwerte wäre nach ihrem Dafürhalten ein sorgfältigeres, sensibleres Vorgehen der Telekommunikationsanbieter angebracht gewesen. «Die ganze Nicht-Information wirkt absolut nicht vertrauenserweckend und stärkt den Widerstand gegen 5G.»

Salt und Sunrise bauen Netze kontinuierlich aus

Den Antennen-Standort auf dem Hochhaus in Veltheim teilen sich die Telekommunikationsanbieter Salt und Sunrise. Die Anfrage bei den beiden Unternehmen, welche Arbeiten konkret ausgeführt worden sind auf dem Dach, bringt aber keine abschliessende Klarheit. Bei der Medienstelle von Salt heisst es, dass dort über die letzten Tage keine Massnahmen getroffen wurden. Gemäss Medienstelle von Sunrise kann es sich «lediglich» um Unterhaltsarbeiten gehandelt haben. Solche Tätigkeiten – oder auch bewilligte Umbauarbeiten – könnten als Mieterin jederzeit durchgeführt werden. Die Sunrise-Antenne sei bereits im Juli 2019 ausgetauscht worden «und seither betreiben wir auf der Anlage auch 5G», fügt der Telekommunikationsanbieter an. Erfolgt sei die Umrüstung mit Genehmigung der kantonalen Behörde. In den letzten Monaten, so das Unternehmen weiter, sei ein Grossteil der Mobilfunkanlagen im Raum Brugg modernisiert worden.

Auch Salt baut derzeit sein 5G-Netz aus. Die Technologie werde im Laufe des ersten Halbjahrs 2020 zur Verfügung stehen, hält die Medienstelle fest und ergänzt: «Salt wird über die nächsten Jahre kontinuierlich in sein Mobilfunknetz investieren, um den Service weiterhin für die Kunden zu verbessern. Dies gilt für den Ausbau der 5G-Tech­nologie als auch für Upgrades der 3G- und 4G-Technologien.» In Veltheim sei aktuell lediglich eine Modernisierung der existierenden Infrastruktur geplant, basierend auf einer rechts­kräftigen Bewilligung von Ende 2017.

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