Brugg

Die Altstadt wandelt sich: Ein Augenschein im frisch sanierten «schmalsten Haus»

Das «schmalste Haus der Altstadt» (Mitte) wurde umfassend renoviert.

Das «schmalste Haus der Altstadt» (Mitte) wurde umfassend renoviert.

An mehreren Orten wird derzeit umgebaut und renoviert – ein Augenschein im frisch sanierten «schmalsten Haus» an der Hauptstrasse 13.

In der Brugger Altstadt wird fleissig umgebaut. Eingangs der Altstadt werden derzeit die Liegenschaften Kleeblatt (Baujahr 1650) an der Hauptstrasse 20 und Chrämer (1734) an der Hauptstrasse 22 renoviert. Gleich gegenüber hat das schmale Haus (Baujahr 1700) an der Hauptstrasse 13 seine Schönheitskur bereits hinter sich. Im Oktober 2018 haben Marjan und Toni Lleshaj die Liegenschaft erworben und anschliessend umfassend umgebaut und renoviert.

«Wir wollen, dass die Altstadt lebt», sagen die beiden Brüder aus Brunegg. In dem ehemaligen Einfamilienhaus entstanden nach diesem Motto insgesamt sieben Wohneinheiten zusätzlich zur Bürofläche im Erdgeschoss. Vor rund 40 Jahren war dort ein kleiner Lebensmittelladen beheimatet, später ein Goldschmied. Seit April nun das Büro der gemeinsamen Firma MLL Group der Lleshajs. Die letzte Wohnung, eine Maisonette im Dachgeschoss, wird diese Woche bezogen.

Alte Holztreppen führen bis ins Dachgeschoss. Es knarrt unter den Füssen. Zwei Wochen lang wurde die Treppe vom ehemaligen Teppichbezug befreit und abgeschliffen. Stolz zeigen die Gebrüder Lleshaj die loft- artige Wohnung. Früher war hier der Estrich des Einfamilienhauses. Die imposante Steinmauer und die urchigen Holzbalken springen sofort ins Auge. «Uns war es wichtig, möglichst viele Originalelemente beizubehalten», sagt Toni Lleshaj.

Die Brüder Toni (l.) und Marjan Lleshaj haben sich auf den Umbau von Altstadtliegenschaften spezialisiert.

Die Brüder Toni (l.) und Marjan Lleshaj haben sich auf den Umbau von Altstadtliegenschaften spezialisiert.

Junge Leute sollen die Altstadt wieder beleben

Bestehende Strukturen wurden mit modernen Küchen und Badezimmern mit Waschtrockner kombiniert. «Alt und neu sollten sich vereinen.» Angezogen werden sollen denn auch insbesondere junge Leute, die das Quartier beleben. «Davon profitiert die ganze Altstadt», sind sich die Brüder sicher. Internet und Fernsehen sind in der Miete inklusive. Die Verwaltung übernimmt ebenfalls die MLL Group. Obwohl das Wohnen in der Altstadt nicht jedermanns Sache ist, waren die Anfragen für die neuen 1 bis 2,5-Zimmerwohnungen im schmalen Haus zahlreich. Rund 100 Bewerbungen seien eingegangen, sämtliche Wohnungen innerhalb von zwei Wochen vergeben.

Enge Treppen, kleine Fenster – der Umbau einer Altstadtliegenschaft ist eine logistische Herausforderung. Hinzu kommen die strengen Auflagen des Denkmalschutzes, die eingehalten werden müssen. Auch Handwerker zu finden, die sich mit der antiken Bausubstanz auskennen, ist zuweilen schwierig. Als Generalunternehmer haben die Lleshaj-Brüder bereits Erfahrung im Umbau von Altstadtliegenschaften, so renovierten sie schon 2018 als Miteigentümer die Liegenschaft an der Albulagasse 16, das heutige Apartment-Hotel Marco Polo. Zuvor ein Haus in der Altstadt von Mellingen.

Nachdem das Projekt an der Hauptstrasse 13 nun abgeschlossen ist, sind die Lleshajs auf der Suche nach weiteren Liegenschaften – vorzugsweise wieder in der Altstadt – denen sie neues Leben einhauchen wollen.

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