Habsburg
Die alten Schulbänke werden in Rumänien weiterverwendet

In den Frühlingsferien erhält die Schule Habsburg neue Möbel. Die über 30 Jahre alten Möbel wurden am Wochenende nach Rumänien in ein Kinderheim geschickt.

Daniel Vizentini
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Habsburg Schule spendet alte Möbel an rumänisches Kinderheim

Daniel Vizentini

Die Gemeinde genehmigte für den Ersatz einen Kredit von 50 000 Franken. Moderne Möbel wurden eingekauft, darunter farbige, runde Stühle, leicht verstellbare Einzeltische und zum Teil auch Stehpulte.

«Als die Ortsbürger uns die neuen Möbel zusprachen, überlegten wir uns, wie wir die alten weiterverwenden könnten», sagt Schulpflegepräsidentin Sabine Ulmer. Sie wurde rasch fündig: Ihr Ehemann, Roland Ulmer, leitet das Hotel Renaissance in Zürich, das seit Jahren das von Deutschen geführte Kinderheim «Stern der Hoffnung» in der rumänischen Stadt Alba Iulia unterstützt. «Kaum sagte mir Sabine, dass die Schule neue Möbel kriegt, fragte ich, ob wir die alten für das Kinderheim haben könnten», erzählt Roland Ulmer.

Der Habsburger Gemeinderat genehmigte schliesslich den Antrag der Schulpflege, die Möbel nach Rumänien zu schicken. Zahlen musste die Gemeinde nichts, den Transport ins 300 Kilometer von Bukarest gelegene Alba Iulia übernahm die Firma Kühne und Nagel, die das Kinderheim ebenfalls unterstützt.

Ungerechtigkeit wurde zum Thema

Die Möbel in den Lastwagen aufladen mussten die Habsburger aber selber. In den letzten Stunden vor den Ferien trugen die Schulkinder, ganz aufgeregt, ihre alten Stühle und Tische von den Schulzimmern hinaus ins Freie. Mit von der Partie waren Lehrer, Schulpfleger und Freiwillige. Sie luden die schweren Möbel in den Transporter um.

Die Habsburger Schüler malten ihren Kollegen vom rumänischen Kinderheim ein Bild. Darauf zu sehen sind die Habsburg, die Schweizer und die rumänische Flagge, Selbstporträts von den 14 Schulkindern und der Satz «Viele Grüsse aus Habsburg».

Der Satz wurde aufgeklebt als Ersatz für «Viel Spass mit unseren alten Möbeln», den die Schüler zuerst hingeschrieben hatten. «Das war uns zu arrogant», sagt Schulpflegerin Sabine Ulmer. Die Ungerechtigkeit, dass die intakten Schulmöbel dem Schweizer Standard nicht mehr entsprechen, aber für ein rumänisches Kinderheim noch gut genug sind, wurde im Unterricht deshalb thematisiert.

Kinderheim lebt nur von Spenden

«Die Leiterin des Kinderheims ist hocherfreut über die Möbel», sagt Roland Ulmer. Das Kinderheim lebe nur von Spenden, und die Infrastruktur sei deshalb «katastrophal», wie er bei einigen Besuchen vor Ort feststellen musste. «Sie sind sehr dankbar über jede Hilfe.»

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