Brugg
«Die abgelegene Altstadt ist das grösste Problem»

Die Barbetreiber Hasan Us und Craig Schwyzer erzählen davon, wie schwierig es ist, ein Lokal in der Region zu betreiben. Nicht zuletzt, weil das Angebot in den Nachbarstädten grösser ist. Und da ist auch noch das Militär, das abtrünnig wird.

Nik Dömer (Text und Fotos)
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Das Konzept von EG-Bar Geschäftsführer Hasan Us – eine Mischung aus Bar, Restaurant und Club – hat sich bisher bewährt.

Das Konzept von EG-Bar Geschäftsführer Hasan Us – eine Mischung aus Bar, Restaurant und Club – hat sich bisher bewährt.

Nik Dömer

Ein gemütliches Feierabendbier mit den Arbeitskollegen, Ausgang im Militär oder mit guten Freunden am Wochenende um die Häuser ziehen: Bedürfnisse, die jeder kennt. Vor allem Jugendliche aus der Region Brugg zieht es dafür eher in die Nachbarstädte Baden, Aarau oder sogar nach Zürich. Die grosse Vielfältigkeit an Bars, Lounges, Restaurants oder Clubs macht die Städte attraktiv. Dies bekommen auch die Bar, Restaurant- und Loungebetreiber in der Stadt Brugg zu spüren.

Hasan Us ist Geschäftsinhaber der EG Bar, die im Februar letzten Jahres auf dem Campusareal eröffnet hat. Er ist froh, dass er eine Bar auf Windischer Boden hat. So kann er am Wochenende jeweils bis um vier Uhr morgens geöffnet haben. Die Probleme der Gastronomie in der Stadt Brugg kennt er gut. Er führte bereits das «Metro» sowie das «Druckli», das er später seinem Bruder übergeben hat. «Seit ich mich vor 14 Jahren im Gastrogewerbe eigenständig gemacht habe, höre ich immer wieder, dass in der Stadt nicht viel los sei. Die Leute gingen schon früher lieber nach Baden oder Aarau», so der 37-jährige Bar-Besitzer. «Die abgelegene Altstadt ist das grösste Problem. Die Stadt muss mehr für die Lokale dort machen. Strenge Vorschriften und wenige Bewilligungen machen es den Wirten schwierig, die Altstadt attraktiver werden zu lassen.»

Militär wird abtrünnig

Er selber hat sich an die schwierigen Verhältnisse in der Umgebung angepasst. Das Gastro-Gewerbe verändere sich laufend. Heute möchten die Kunden alles an einem Ort bekommen. Die EG-Bar sei eine Mischung aus Bar, Restaurant und Club. Hier könne man gemütlich etwas trinken, am Wochenende zu lauter Musik feiern und trotzdem bis um vier Uhr eine frisch zubereitete Pizza essen. Das Konzept habe sich bisher bewährt, so Us.

Auch der Geschäftsführer vom «Havanna» in Brugg hat sich angepasst. Mit Live-Acts und gutem Essen möchte Craig Schwyzer seiner Kundschaft im Havanna gute Unterhaltung bieten und vermehrt Leute anziehen. Das «Havanna» in der Altstadt wurde vor sechs Jahren umgebaut. Das Lokal darf an den Wochenenden bis zwei Uhr morgens geöffnet haben. Der Geschäftsführer möchte sich aber nicht beklagen: «Ich bin grundsätzlich zufrieden mit der Situation. Klar hätten wir nichts dagegen, wenn wir manchmal eine Sondererlaubnis bekommen würden. Aber wir haben eine grosse Stammkundschaft und leben von unserem Ruf. An Kundschaft fehlt es nicht», so Schwyzer. «Seit ein paar Monaten bemerke ich aber leider, dass immer mehr Militärangehörige ihren Ausgang in Baden verbringen. Das finde ich sehr schade, denn die Rekruten sind wichtige Kunden für die Betriebe der Altstadt. Ohne sie hätten wohl viele Bars und Restaurants grosse Mühe.»

Die beiden Barbetreiber sind sich einig: Brugg hätte grosses Potenzial. Mehrere tausend Studenten und Schüler pendeln täglich nach Brugg. «Es kommen zwar viele Studenten zu uns in die EG Bar, aber solange es nicht mehr Lokale in der Umgebung beim Bahnhofplatz gibt, gehen Brugg viele potenzielle Kunden verloren», so Hasan Us.

In der Altstadt merkt man wenig von den vielen neuen Studierenden. «Den Weg zu uns finden nur wenige Studenten. Dafür ist die Altstadt einfach zu weit abgelegen», findet Craig Schwyzer.