Brugg
Die 82 Jahre alte «Mary» neben der Magirus-Drehleiter aus dem Jahr 1957

Stelldichein der Feuerwehr-Oldies: Aus Anlass des 150-Jahr-Jubiläums des Rettungskorps gab es viele Oldtimer-Feuerwehr-Fahrzeuge zu bestaunen. Gäste waren die Feuerwehren aus Rottweil, Deisslingen und Bösingen sowie aus dem vorarlbergischen Hard.

Louis Probst
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Alt und neu: verschiedene Generationen von Feuerwehrfahrzeugen.

Alt und neu: verschiedene Generationen von Feuerwehrfahrzeugen.

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«Mir gefällt diese Ausfahrt und mir gefällt es in Brugg», meinte ein sichtlich begeisterter Angehöriger der Freiwilligen Feuerwehr Deisslingen, einem Nachbarort der Brugger Partnerstadt Rottweil, in der Festbeiz im Storchenturm. Am frühen Morgen war er, zusammen mit seinen Kameraden nach Brugg aufgebrochen – mit einem Borgward-Feuerwehrauto aus dem Jahre 1959. «Der Borgward ist noch nie so weit gefahren», erklärte er.

Eingeladen – zu einem Oldtimer-Treffen für Feuerwehrfahrzeuge – hatte das Rettungskorps Brugg, das heuer sein 150-jähriges Bestehen feiert. «Wir führen im Jubiläumsjahr mehrere Anlässe durch», sagte Korps-Chef Serge Läderach. «Das Oldtimertreffen, das von Remo Bottlang organisiert worden ist, richtet sich an die Öffentlichkeit. 20 Delegationen haben sich angemeldet. Darunter drei aus Deutschland – natürlich aus Rottweil, aber auch aus Deisslingen und Bösingen im Landkreis Rottweil – und eine aus dem vorarlbergischen Hard.»

Entsprechend vielfältig fiel das Spektrum der Fahrzeuge aus. Vom Saurer mit Drehleiter der Feuerwehr Spreitenbach aus dem Jahr 1956 über den 53 Jahre alten «Tanker» des Pikettvereins Frick – dem ersten Stützpunkt-Tanklöschfahrzeug im Aargau – hin bis zu den gut 50 Jahre alten, heute rar gewordenen VW-Bussen des Feuerwehrvereins Staufen und der Feuerwehr Interlaken war praktisch alles vertreten, was zwischen 1930 und 1980 bei den Feuerwehren an Fahrzeugen im Einsatz gestanden hat. «Das älteste Fahrzeug, eine Kraftfahrdrehleiter aus dem Jahr 1930, kam aus Rottweil», sagte Marcel Biland, der beim Korso der Oldtimer als Speaker amtete, und in der «Altersabteilung» des Rettungskorps Brugg für die Oldtimerautos zuständig ist. Allerdings gelangte die auf einem Mercedes-Chassis aufgebaute Kraftfahrdrehleiter nicht auf eigenen Achsen nach Brugg, sondern auf einem Anhänger. Mit einem zumindest in der Schweiz seltenen «Vogel», einem Citroën-Löschfahrzeug aus dem Jahr 1952, und einem Mercedes-Löschfahrzeug aus dem Jahr 1941, rückte der Feuerwehr-Oldtimer-Verein Hard an. Selbstverständlich präsentierte auch das Rettungskorps Brugg seine beiden Oldtimer: Die inzwischen 82 Jahre alte «Mary», die einzige Motorspritze, die auf einem Chassis des legendären Wetziker Nutzfahrzeugherstellers FBW aufgebaut ist, und die Magirus-Drehleiter aus dem Jahr 1957.

Nach einem ökumenischen Gottesdienst mit Pfarrer Matthias Schüürmann und Gemeindeleiterin Dorothee Fischer – bei dem der Korb der Magirus-Drehleiter als Kanzel diente – und einem Korso am Morgen fiel leider die Ausstellung der Fahrzeuge am Nachmittag etwas ins Wasser. «Wir nehmen aber das Wetter, wie es kommt», meinte Serge Läderach. Schliesslich gehört das Wasser ja irgendwie zur Feuerwehr.

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