Dichterweg soll in Fisibach enden

IG will weitere Tafeln für Wanderung zu Ehren Gottfried Kellers aufstellen.

Stefanie Garcia Lainez
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Fast zwanzig Gedicht- und Texttafeln lassen Wanderer von Glattfelden bis nach Kaiserstuhl in Prosa und Poesie von Gottfried Keller eintauchen, einem der grössten Schriftsteller und Dichter der deutschen Literatur. Geht es nach der IG Lebensraum Fisibach, wird der Dichterweg mit drei weiteren Tafeln bis nach Fisibach verlängert. Das entsprechende Gesuch liegt bis zum 26. August auf der Verwaltung auf.

Start des 1995 eröffneten Dichterwegs ist in Glattfelden, dem Heimatort von Gottfried Keller (1819–1890). Zwar lebte der Dichter nie im Zürcher Dorf, verbrachte aber während seiner Jugend die Sommerferien bei seinem Onkel und erkundete die Gegend. Spuren des Dorflebens lassen sich im teilweise autobiografischen Bildungsroman «Der grüne Heinrich» finden. Auch Eindrücke aus der Umgebung flossen in die Werke des Dichters ein. Rund vier Stunden dauert die Wanderung vom Bahnhof Glattfelden vorbei am 1985 eröffneten Gottfried-Keller-Zentrum (GKZ) dem Rhein entlang bis ins Städtchen Kaiserstuhl, das in den «Züricher Novellen» sein Spiegelbild fand. Dabei erfahren die Wanderer spannende Details zur Region und zum Leben und Schaffen des Künstlers. An der aktuell letzten Tafel in Kaiserstuhl ist ein Aufsatz aus Kellers Sommerferien aus dem Jahre 1832 abgedruckt.

Nun plant die IG Lebensraum Fisibach, drei weitere Tafeln aufzustellen. Eine soll vor dem ehemaligen Militärbunker zu stehen kommen, wo von 1163 bis 1875 die Wasserburg Schwarzwasserstelz auf einem winzigen Felsen im Rhein stand. In der Novelle «Hadlaub» beschreibt Gottfried Keller die Wasserburg auf Fisibacher Boden nordwestlich von Kaiserstuhl. 1938 überbaute die Schweizer Armee die Insel der Schwarzwasserstelz mit einem Infanteriebunker für die Grenzbefestigung. Heute gehört der Bunker «Bleiche» dem Endinger Hans Kohler alias «Bunker-Hausi». Die zweite Tafel ist beim Gut Lindenhof vorgesehen, die dritte vor der Fisibacher Agathakapelle aus dem 17. Jahrhundert.

Mit der Verlängerung sollen «historische und kulturell relevante Orte der Region» sichtbar gemacht werden, schreibt die Interessengemeinschaft im Baugesuch. «Die Information zu historischen Gebäuden und Naturwerten liegt im öffentlichen Interesse», so die Begründung. Im Baugesuch sind Kosten von 2000 Franken veranschlagt. Das GKZ unterstützt das Vorhaben.