Brugg
Deutschkurse und gemeinsame Spiele: Das Integrationsprojekt Contact sucht Freiwillige

Im Contact Brugg treffen sich Einheimische und Asylbewerber zum kulturellen Austausch, wegen der Coronakrise fehlen aber Helfer.

Katja Gribi
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Mit gemeinsamen Spielen und Gesprächen werden zugleich die Deutschkenntnisse der Schüler vertieft.

Mit gemeinsamen Spielen und Gesprächen werden zugleich die Deutschkenntnisse der Schüler vertieft.

Janine Müller Bild: Katja Gribi

Jeden Montag, um 14 Uhr, treffen sich im Jugendhaus Piccadilly Asylsuchende, Flüchtlinge und Einheimische zu gemeinsamen Aktivitäten. Hier soll die Integration von Asylsuchenden in die Gemeinschaft gefördert und Nähe zur heimischen Bevölkerung geschaffen werden.

Das Angebot läuft unter dem Namen Contact und ist einer von sieben Standorten des Vereins Netzwerk Asyl Aargau. Geleitet wird Contact Brugg von Elisabeth Brönnimann und Jörg Hartmann. 2015 wurde dieser Standort eröffnet, seither finden jeden Montag Treffen statt, bei denen die Asylbewerbenden Deutschkurse besuchen, gemeinsam Spiele spielen und unter anderem auch den Umgang mit Computern lernen. Unterstützt und betreut werden sie dabei von Einheimischen, die sich in ihrer Freizeit für die Integration von Geflüchteten im Bezirk Brugg einsetzen.

Viele Freiwillige gehörten zur Corona-Risikogruppe

Das Angebot spricht alle Altersgruppen an, die Erwachsenen können ihre Deutschkenntnisse verbessern, während die Kinder von Freiwilligen betreut werden. Die Cafeteria lädt zudem zu einem weiteren Austausch ein, hier können die Asylsuchenden beispielsweise die erlernten Deutschkenntnisse bei Gesprächen und Spielen in die Praxis umsetzen.

Die Co-Leiter Jörg Hartmann und Elisabeth Brönnimann freuen sich über neue Gesichter im Contact Brugg.

Die Co-Leiter Jörg Hartmann und Elisabeth Brönnimann freuen sich über neue Gesichter im Contact Brugg.

Katja Gribi

Die Coronakrise hat den Treffpunkt vor neue Probleme gestellt. Nach einer Pause von März bis August dürfen die gemeinsamen Nachmittage zwar wieder stattfinden, jedoch fehlt es an Helfern. Viele der Freiwilligen, die regelmässig im Contact Brugg aktiv waren, gehören zur Corona-Risikogruppe und mussten daher ihr Engagement zurückziehen. Um den Standort und das vielfältige Angebot wie gewohnt aufrechtzuerhalten, sucht das Contact Brugg nun neue Helfer, die sich gerne in verschiedenen Aktivitäten für die Integration der Asylsuchenden einsetzen und diese in ihrem Alltag unterstützen.

Ausbildungsförderung durch persönliche Mentoren

Neben dem Deutschunterricht sind vor allem Freiwillige gefragt, welche sich gerne in der Einzelbetreuung der jungen Menschen in der Arbeits- und Wohnungssuche engagieren möchten. Diese Mentoren unterstützen so gezielt eine Person im Integrationsprozess und wirken als Begleiter in der beruflichen Ausbildung.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass mit dieser Unterstützung die jungen Menschen schneller an Selbstständigkeit gewinnen. Oft bilden sich freundschaftliche Kontakte, welche von beiden Seiten als gewinnbringend geschätzt wird. Zudem gibt es in der Kleinkinderbetreuung ebenfalls Vakanzen.

Auch das Fahrradprojekt erfreut sich grosser Beliebtheit. Dieses startete ebenfalls vor fünf Jahren als Pilotprojekt in Brugg und wird mittlerweile auch in anderen Contact-Standorten weitergeführt. Ziel dieses Projekts ist es, gut erhaltene Fahrräder gemeinsam zu reparieren, und interessierten Asylsuchenden zu verkaufen, der Preis ist dabei mehr symbolisch angesetzt. Die Fahrräder stammen aus privaten Spenden. «Es gibt viele Leute, die froh sind, wenn ein Fahrrad weniger im Keller rumsteht», meint Brönnimann. Das gesamte Engagement im Contact beruht auf Freiwilligenarbeit und wird unterstützt von Spendengeldern.

«Bestimmte Anforderungen haben wir nicht»

Die Co-Leitung ruft dazu auf, sich bei Interesse zu melden oder auf einen unverbindlichen Besuch an einem Montagnachmittag vorbeizukommen. «Eine gewisse Neugierde sowie Interesse an Menschen und deren Kulturen sollten sicher vorhanden sein, bestimmte Anforderungen an die Helfer gibt es aber nicht», sagen sie. Wer sich gerne sozial engagieren möchte, ist im Contact Brugg also genau richtig. «Diese Art von Treffpunkt ist auch eine Chance für die heimische Bevölkerung, um Neues kennen zu lernen und den eigenen Horizont zu erweitern», meint Jörg Hartmann.

Contact Brugg Treffen finden jeweils montags von 14–17 Uhr statt im Jugendhaus Piccadilly am Törlirain 4.

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