Nach der Pressemitteilung zu schliessen, die am Donnerstagnachmittag verschickt wurde, gingen die Wogen zwischen dem Gemeinderat und den Organisatoren des Weihnachtsmarkts Birrhard in den letzten Wochen hoch. «Leider hat uns der Gemeinderat für den Weihnachtsmarkt 2019 dermassen hohe Auflagen erteilt, dass wir diese weder personell noch finanziell erfüllen können», schreiben Manuela Dierauer und Fernand Suter in der Mitteilung.

Ein Punkt in der Auflage sei sogar überhaupt nicht erfüllbar. Das Paar hat sich jetzt entschlossen, «den Weihnachtsmarkt Birrhard ab sofort nicht mehr durchzuführen». Es tue ihnen in der Seele weh, dass sie nach nunmehr fünf Jahren aufgrund von extrem hohen Auflagen nicht einmal mehr den Jubiläumsmarkt durchführen können, halten Dierauer und Suter weiter fest.

Rückblick: Im Jahr 1994 wurde der erste Weihnachtsmarkt Birrhard organisiert. Was mit einem kleinen Festbetrieb in einer Doppelgarage sowie ein paar Marktständen begann, wuchs von Jahr zu Jahr. Ab 2004 fand der Weihnachtsmarkt für zehn Jahre an der Mitteldorfstrasse statt.

Als Manuela Dierauer und Fernand Suter den Anlass im November 2014 zum ersten Mal organisierten, präsentierten sich 22 Aussteller entlang des Birrharderwegs mitten im Wald. Die Besucher schätzen die stimmungsvolle Marktatmosphäre. Im letzten November kamen 45 Aussteller.

Probleme: Verkehr und Hygiene

Für den Auf- und Abbau des Markts haben die Organisatoren jeweils eine Woche Ferien eingesetzt. Die 48-jährige Dierauer und der 50-jährige Suter glauben nicht daran, dass sich unter diesen schwierigen Bedingungen ein Nachfolger finden lässt.

Auf Nachfrage der AZ präzisiert Suter die von der Gemeinde gemachten Auflagen. Die Rede ist von mehr Parkplätzen zu den 300 bereits vorhandenen, von der Notwendigkeit eines professionellen Verkehrsdiensts, vom Gewährleisten, dass es auf der Kantonsstrasse zu keinen Verkehrsbehinderungen mehr kommt, sowie vom Einhalten der Hygienevorschriften. «Für die Parkplätze hätten wir auf den Flugplatz Birrfeld ausweichen können, was das Einrichten eines kostenintensiven Shuttle-Services zum Markt erfordert hätte», sagt Suter. In seiner Stimme schwingt viel Frust mit.

Im Verkehrskonzept wurde ein Einbahnbetrieb Richtung Mägenwil vorgeschlagen. Doch dass es nirgends mehr zu Verkehrsbehinderungen kommen werde, könnten sie angesichts der Tatsache, dass man auf der Hauptstrasse abbiegen müsse, unmöglich garantieren. Ein Gespräch mit Frau Gemeindeammann und Vizeammann habe keine Klarheit gebracht. Suter vermutet, dass der Gemeinderat diesen Anlass nicht mehr in Birrhard möchte.

Der Gemeinderat wollte helfen

«Wir fänden es sehr schade, wenn es den Weihnachtsmarkt nicht mehr geben würde», sagt Vizeammann Daniel Knappe. Er spricht von einem wunderschönen Anlass, den er jedes Jahr besucht hat. «Wir haben ein grosses Interesse daran, dass es damit weitergeht.»

Da der Weihnachtsmarkt jedoch von Jahr zu Jahr grösser wurde und es im 2018 zu einem Verkehrschaos kam, habe der Gemeinderat im Januar von sich aus das Gespräch mit Manuela Dierauer und Fernand Suter gesucht, «um ihnen bei der Organisation zu helfen». Bemängelt wurde auch, dass nur die eine Toilette im Waldhaus zur Verfügung stand für die angeblich 4000 Besucher. «Um die Parkplatz-Situation zu entschärfen, könnte man künftig die Militärstrasse nutzen. Dazu hätte man bei der Gemeinde Mägenwil ein Gesuch stellen müssen, was mit grosser Wahrscheinlichkeit bewilligt worden wäre», fährt Knappe fort. Schliesslich gehe es darum, bei so vielen Besuchern die Sicherheit zu gewährleisten. «Eine Bewilligung hätten wir erteilt, wenn die besprochenen Punkte eingehalten wären», stellt Knappe klar.

Ob die Suche nach einem Nachfolger wie beim letzten Mal im Gemeindeblatt ausgeschrieben wird, steht noch nicht fest. «Der Gemeinderat Birrhard hat den Weihnachtsmarkt für die Sitzung nächste Woche traktandiert», sagt der Vizeammann zum weiteren Vorgehen.