«Entschuldigen Sie bitte, wo fährt jetzt der Bus nach Schinznach?», fragt eine Frau mit einem Kind an der Hand beim neuen Busterminal auf Windischer Seite verwirrt. Sie mustert die Tafel. «Da steht doch ‹A›. Aber wo ist denn dieses ‹A›?» Dann begreift sie, dass die Kante A auf der Brugger Seite des Bahnhofs liegt. Eilig geht sie davon, damit sie den Bus noch erwischt.

So wie dieser Frau geht es wohl zurzeit noch manchem Bus-Passagier. Die Orientierung fällt einigen schwer, an die neuen Lokalitäten muss man sich zuerst gewöhnen.

Das haben auch die Buschauffeuer beobachtet. «Die Leute sind zu wenig informiert. Sie haben keine Ahnung, wo welcher Bus fährt», sagt einer. «Viele warten immer noch auf der anderen Seite», erzählt ein anderer.

Odyssee: Der Weg zum neuen Busbahnhof in Brugg ist lang und beschwerlich

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Passagiere verpassen den Zug

Ein weiteres Ärgernis: Viele Passagiere aus dem Süden, die früher gleich auf das Gleis 1 rennen konnten, um den Zug nach Zürich zu erwischen, können dies nun nicht mehr tun.

Oftmals gibt es Stau in Windisch, der Bus kommt so oder so spät an. Und weil die Reisenden jetzt noch durch die Unterführung müssen, verpassen sie oftmals den Zug. Sie müssen folglich einen Bus früher nehmen oder den späteren Zug.

Die Chauffeure hingegen, denen gefällt der neue Busterminal ganz gut. «Es ist viel übersichtlicher. Vorher hat man vor lauter Bussen nicht mehr gesehen, wo man hinfahren soll», sagt ein Chauffeur. Und bei der neuen Busstation sei auch alles schön angeschrieben. «Es gibt kein Chaos mehr.»

Gewohnheitsbedürftig ist für die Chauffeure allerdings die 20er-Zone – die Begegnungszone – beim Campus. «Die Fussgänger und Velofahrer schauen nicht, ob ein Bus kommt», heisst es. «Und dann nehmen sie es auch noch sehr gemütlich», ärgert sich einer.

«Beinahe hätte ich jemanden überfahren.» Aber er sieht auch ein, dass sich die Menschen beim Campus erst an die neue Verkehrssituation gewöhnen müssen.

Grundsätzlich positiver Tenor

Der Tenor zum neuen Busterminal ist trotzdem grundsätzlich positiv: Als sehr schön bezeichnen ihn viele. Als übersichtlich und modern andere.

Einzig Passagiere mit viel Gepäck oder solche mit Kinderwagen oder Rollstuhl ärgern sich, weil es nur Aufzüge in die sogenannte Mausloch-Unterführung gibt.

Im dümmsten Falll muss jemand das ganze Perron nach vorne zum Lift laufen, durch die Unterführung gehen, wieder den Lift nehmen und dann wieder alles zurück zum Busbahnhof laufen. Eine halbe Odyssee, die vor allem älteren Menschen oder auch Rollstuhlfahrern zu schaffen macht.

So schreibt auch az-online-Leserin Stephanie: «In der neuen Unterführung können die Menschen mit einer Gehbehinderung oder Mütter mit Kinderwagen nicht mit dem Lift fahren, weil es keinen hat. Ich bin sehr enttäuscht.»