Der Brugger Stadtammann Daniel Moser sprach in seiner Einleitung von einem guten Partner für die Stadt Brugg. Schinznach-Bad habe Interesse bekundet und sei bereit für vertiefte Gespräche. Mit einem Nein würde sich Brugg rückwärts bewegen, hielt Moser fest und betonte: «Es geht um die Schaffung einer klaren Faktenlage für einen späteren Entscheid.»

Martin Brügger, SP, stellte einen Rückweisungsantrag. Seine Partei sei nicht grundsätzlich gegen Gemeindefusionen, aber skeptisch gegenüber dem hier gewählten Vorgehen. Eine Strategie fehle. Trotz Sympathie für Schinznach-Bad mache diese Fusion keinen Sinn, fuhr Brügger fort. «Wir möchten eine intelligente, gesamtheitliche Lösung.»

Die Vertreter von FDP und CVP sowie auch die Stadträte riefen hingegen dazu auf, offen zu bleiben und eine positive Grundhaltung zu behalten. Brugg dürfe sich nicht ins Schneckenhaus zurückziehen. Der Rückweisungsantrag wurde mit 8 zu 35 Stimmen klar abgelehnt.

Türe wird nicht zugeschlagen

In der folgenden Diskussion riefen Einwohnerräte von FDP, CVP, EVP und Grünliberalen noch einmal dazu auf, Vernunft walten zu lassen und die Türe nicht zuzuschlagen. «Warum sollen wir nicht über eine Fusion reden? Das verstehe ich nicht», fragte Beat Ganz, CVP, denn die Stärkung der Stadt Brugg sei wichtig. Markus Lang, Grünliberale, hob hervor, dass derzeit eine saubere Grundlage fehle. «Und genau diese brauchen wir, um eine Entscheidung fällen zu können.» Auch für Konrad Zehnder, EVP, sprach nichts gegen Fusionsabklärungen – auch wenn seine Partei im ersten Moment überrascht gewesen sei über das Vorgehen.

Titus Meier, FDP, wies darauf hin, dass der Bezirkshauptort eine gewisse Verantwortung trage. Er erwähnte die historische Entwicklung: Die Gemeinden hätten heute zwar nicht mehr die gleichen Aufgaben wie früher, die Bürger aber hätten gewisse Ansprüche. Fusionen lassen sich, so Meier weiter, nicht erzwingen. Trotzdem brauche es minimale Gemeindegrössen.

Nicht begeistern für Fusionsabklärungen konnte sich indes Patrick von Niederhäusern, SVP. Schinznach-Bad habe sich immer Richtung Schenkenbergertal orientiert, es sei nicht nachvollziehbar, dass die Gemeinde plötzlich nach Brugg schaue, stellte er fest. Eine Fusion bringe aus Brugger überhaupt nichts. «Grösser werden hat nicht nur Vorteile.»

Eine Mehrheit sah es anders: Der Kredit von 50 250 Franken für die Fusionsabklärungen mit Schinzach-Bad wurde mit 25 zu 18 Stimmen genehmigt.

Polizei erhält mehr Stellen

Deutlich angenommen haben die 47 anwesenden Einwohnerräte – von insgesamt 50 – sämtliche Einbürgerungen, die Rechnung 2014 sowie die Erhöhung der Stellenprozente der Regionalpolizei Brugg. Zustimmend zur Kenntnis genommen wurde der Jahresbericht 2014 über die «Wirkungsorientierte Verwaltungsführung bei der Feuerwehr».

Als dringlich erklärte der Einwohnerrat das Postulat von Karin Schoedler., SP. Sie forderte den Stadtrat dazu auf, das Ausschalten der Strassenbeleuchtung zu überdenken. Walter Brander, SVP, der mit einer Motion verlangt hatte, mit der Eröffnung der Asylunterkunft Jägerstübli sei die Strassenbeleuchtung im gesamten Gebiet Kaserne bis und mit Lauffohr nicht mehr auszuschalten, zog seinen Vorstoss in der Folge zurück.

Dringliches Postulat

Der Stadtrat wird aufgefordert, sich engagiert und mit aller Kraft für den Verbleib und die Entwicklung des Standorts einzusetzen. Das Postulat von SP-Einwohnerrat Martin Brügger ist einstimmig als dringlich erklärt und überwiesen worden. «Das Berufs- und Weiterbildungszentrum Brugg hat grosse Bedeutung für die Region Brugg – nicht nur als hervorragendes Bildungszentrum und Netzwerk für junge Berufsleute, für die Zusammenarbeit mit der Fachhochschule, sondern auch für die Erwachsenenbildung. Dieses Bildungsangebot muss der Region Brugg unbedingt erhalten bleiben», hält Brügger in seiner Begründung fest. Der Hintergrund: Der Regierungsrat will die Berufsschullandschaft im Aargau umgestalten. Dem Berufs- und Weiterbildungszentrum (BWZ) Brugg droht eine Total- oder Teilschliessung.