Remigen
Der Weg ist frei: Rebbaudorf bekennt sich im zweiten Anlauf klar zum Jurapark Aargau

An der Gemeindeversammlung Anfang September wurde der Beitritt zum Jurapark Aargau noch mit 29 zu 28 Stimmen abgelehnt. In der Referendumsabstimmung fiel das Resultat viel deutlicher aus.

Claudia Meier
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Das Stimmvolk hat in einer Referendumsabstimmung entschieden, dem Jurapark Aargau beizutreten.

Das Stimmvolk hat in einer Referendumsabstimmung entschieden, dem Jurapark Aargau beizutreten.

Sandra Ardizzone

An der Gemeindeversammlung Anfang September wurde der Beitritt zum Jurapark Aargau für die nächste zehnjährige Betriebsphase von den Anwesenden mit 29 zu 28 Stimmen knapp abgelehnt. Daraufhin ergriffen die ortsansässigen Winzer erfolgreich das Referendum, weil sie der Meinung sind, dass die Gemeinde mit ihrer Landschaft und Kultur ideal zum Jurapark Aargau und seinen Zielen passt und von der Standortförderung profitieren kann (die AZ berichtete). Gestern Sonntag wurde der Entscheid korrigiert.

Bei einer hohen Stimmbeteiligung von 56% hiessen die Remigerinnen und Remiger den Beitritt zum Jurapark Aargau im zweiten Anlauf mit 324 Ja- zu 151 Nein-Stimmen gut. Gemeindeammann Markus Fehlmann freut sich über dieses deutliche Abstimmungsresultat. «Dank der hohen Stimmbeteiligung haben wir nun einen breit abgestützten Entscheid. Wir haben die Gewissheit, dass die Bevölkerung dahinter steht.»

Steuerfusserhöhung um 3% an der Urne gutgeheissen

Normalerweise nehmen an der Gemeindeversammlung etwa 100 Personen teil. «Im September waren es coronabedingt deutlich weniger, obwohl wir die Sicherheit für die Teilnehmer mit der Durchführung im Freien gewährleisten konnten», fährt Fehlmann fort. Durch die Abstimmung an der Urne hätten sich nun auch weitere Bevölkerungskreise am Jurapark-Entscheid beteiligen können. Der Gemeindeammann findet es zudem richtig, dass über das Budget 2021 mit dem um 3% höheren Steuerfuss von 98% an der Urne abgestimmt wurde. «Die Durchführung einer Wintergmeind hätten wir aus Platzgründen während der Coronapandemie nicht verantworten können», räumt Fehlmann ein.

Der Souverän hiess das Budget mit 284 Ja- zu 190 Nein-Stimmen gut. Fehlmann wertet dies als ein Zeichen, dass die Gemeinde auch für Neuzuzüger attraktiv bleiben und der nächsten Generation keinen grossen Schuldenberg hinterlassen will.

Winzer und Referendumsanführer Bruno Hartmann kann sich gut vorstellen, dass einige Gegner des Jurapark-Beitritts auch das Budget mit der Steuerfusserhöhung abgelehnt haben. Wie der Gemeinderat freut sich Hartmann riesig über das deutliche Bekenntnis der Remiger zum Jurapark Aargau. Er ist überzeugt, dass die Dorfbevölkerung von der Landschaftspflege und den Umweltschutzmassnahmen durch die Winzer und die Landwirte kurz- und langfristig profitieren wird. Die bisherige Arbeit könne dank dem enorm grossen Netzwerk, das der Jurapark Aargau bietet, noch effizienter fortgeführt werden, sagt der Winzer.

«Der Zusammenhalt wird gefördert»

Von der besseren regionalen Zusammenarbeit könnten nicht nur Winzer und Landwirte profitieren, sondern auch Vereine, Schulklassen und Familien, ergänzt Hartmann. Im Bereich Freizeitgestaltung sieht er dank dem Jurapark-Beitritt für die Bevölkerung ebenfalls einen Mehrwert. Vor allem den vielen Neuzuzügern, die es in der Gemeinde mit rund 1250 Personen gibt, bedeute die Nähe zu einer intakten Landschaft sehr viel.

Sie seien neugierig, die Perlen vor der Haustüre zu erkunden. Schliesslich werde mit dem Jurapark der Zusammenhalt gefördert, was identitätsstiftend sei, fügt Bruno Hartmann zum Schluss an. Der Gemeinderat habe es begrüsst, dass der Anstoss zum Referendum aus der Bevölkerung gekommen sei, und dankt Bruno Hartmann für die Federführung, so Gemeindeammann Markus Fehlmann.

Von den Gegnern, die an der Gemeindeversammlung dafür gesorgt hatten, dass der Jurapark-Beitritt abgelehnt wurde, wollte sich im Vorfeld der Referendumsabstimmung niemand mehr öffentlich dazu äussern. So wurde damals an der Gmeind der «grosse Verwaltungsapparat» des Juraparks kritisiert sowie die nicht erkennbaren Nutzen für den Jahresbeitrag von fünf Franken pro Einwohner.