Bis anhin war der Brugger Waldumgang ein Anlass nur für Ortsbürger und geladene Gäste. Dieses Jahr aber hat man sich dazu entschieden, den Umgang der ganzen Bevölkerung zu öffnen – einmalig vorerst. «Die Ortsbürger wollen das Echo auf den Anlass abwarten», sagt Barbara Horlacher, Stadtammann Brugg, gestern an einer Pressekonferenz. Der Anlass soll auch dazu dienen, die Ortsbürger (371 Stimmberechtigte) bekannter zu machen.

Das ist ein Grund, den Waldumgang für alle Interessierten zugänglich zu machen. Ein anderer ist, dass der Wald von vielen Menschen genutzt wird, wie der Brugger Förster Markus Ottiger ausführt. «Der Wald wird stark frequentiert. Die Menschen suchen ein Stück Natur, und der Wald ist quasi der letzte grüne Flecken, den wir haben.» Weiter will der Forstbetrieb die Gelegenheit nutzen, um auf seine Arbeit im Wald aufmerksam zu machen. Fragen wie: «Wie wird der Brugger Wald gepflegt? Was macht eigentlich ein Forstwart? Wie können die Bedürfnisse der Bevölkerung in Einklang mit der Natur gebracht werden?» sollen an diesem Nachmittag beantwortet werden.

In Gruppen von Posten zu Posten

In vier Gruppen werden die Teilnehmenden von Posten zu Posten geleitet. Kinder ab 3 Jahren können in der Waldspielgruppe Füchsli abgegeben werden, selbstverständlich aber auch am Rundgang teilnehmen. Dabei gilt zu beachten, dass das Programm nicht extra auf Kinder abgestimmt ist. Dennoch dürften auch sie auf ihre Kosten kommen. Beispielsweise bei jenem Posten, bei dem eine neue Maschine des Forstbetriebs vorgestellt wird: die Stockfräse. Diese wird gebraucht, um einen Baumstrunk aus dem Boden zu fräsen.

Zentrales Thema beim Waldumgang wird weiter das Eibe-Projekt sein, das bereits 2015 initiiert wurde. Im Sandbock, dort, wo die alte Stromleitung entfernt wird, um einer neuen Platz zu machen, werden Eiben aufgeforstet. Dieses Projekt wird auch vom Kanton unterstützt, da damit die Baumartenvielfalt gefördert wird. Zudem eigne sich der Standort gut für die Eibe, die zudem auch besser mit Wärmeperioden umgehen kann als andere Bäume, sagt Ottiger. Im Jahr 2019 dann soll das Projekt laufen. Ziel ist, dass die Natur walten gelassen wird und sich die Eiben von alleine verbreiten. «Die Jungpflanzen schützen wir aber vor den Wildtieren», sagt Ottiger.

Sich messen beim «Chneble»

Selbstverständlich fehlt am Schluss, ab 17.15 Uhr, der gesellige Teil nicht. Für alle Teilnehmenden gibts gratis eine Wurst mit Brot sowie ein Getränk. Reaktivieren möchte Ottiger die Tradition des «Chneblens». «Chneble» ist ein Spiel mit Stöcken und erstmals soll eine Meisterschaft durchgeführt werden.

Eigens dafür hat Ruedi Graf, Förster und Einsatzleiter, einen Pokal aus Eibenholz gefertigt. «Nächstes Jahr steht eine andere Baumart im Fokus», sagt Ottiger. «Entsprechend wird der Pokal dann aus anderem Holz gefertigt. Die Ausgabe 2018 ist also ein Unikat.»