Brugg

«Der Wald war sein Leben»: alt Stadtoberförster Rudolf Zehnder (†98) gestorben

Rudolf Zehnder.

Rudolf Zehnder.

Rudolf Zehnder, alt Stadtoberförster von Brugg, ist gestorben. Er wurde beinahe 99 Jahre alt.

Die eindrückliche Erscheinung, die Persönlichkeit von alt Stadtoberförster Rudolf Zehnder (9. Mai 1921 – 27. April 2020) wird fehlen in Brugg. In der Stadt aufgewachsen, besuchte er hier die Schulen. Es folgten die Kantonsschule Aarau und das Studium an der ETH Zürich zum Forstingenieur. Sein Berufsweg führte ihn – unter anderem – ins geliebte Tessin.

In Rheinfelden wurden ihm erstmals die Aufgaben eines Stadtoberförsters übertragen. Als das gleiche Stellenprofil in seiner Heimatstadt ausgeschrieben wurde, zögerte er nicht lange und bewarb sich. Mit seiner Familie – er hatte 1947 Antoinette Indra geheiratet; aus dieser Verbindung gingen vier Kinder hervor – zog Zehnder heim nach Brugg.

26 Jahre lang, von 1960 bis 1986, versah er die Stelle des städtischen Oberförsters mit Konsequenz und Umsicht. Seine Gattin sagt: «Er hatte den Blick für den Wald. Der Wald war sein Leben.» Das Fundament, auf das Rudolf Zehnder sein ganzes Leben aufbaute, bestand aus seinem christlichen protestantischen Glauben. «Er war getrost glaubend, wurde manchmal aber auch von Selbstzweifeln befallen», sagt einer seiner Söhne.

Gegen aussen trat er durchweg als freundlicher, heiterer und doch ernsthafter Mann auf. Umgekehrt schätzte er ehrliche, rechtschaffene Menschen. Alles Hinterhältige war ihm zuwider. Gemeinsam mit seiner Frau fand er in der Kirche rasch soziale Kontakte, die oft zu Freundschaften wurden. Gerne engagierte er sich. An drei seiner Wohnorte präsidierte er eine Zeit lang die Kirchenpflege. Hinzu kamen öffentliche Positionen, so zum Beispiel im Brugger Einwohnerrat. 

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