Villigen

Der Villiger Landwirt Peter Schödler führt über seinen Labiola-Hof

Landwirt Peter Schödler liefert Zahlen und Fakten zu seinem Betrieb.

Landwirt Peter Schödler liefert Zahlen und Fakten zu seinem Betrieb.

Anlässlich des «Tags des offenen Labiola-Bauernhofs» zeigte Peter Schödler seine Arbeiten im Rebbau. Er setzt mit Sohn Mario und Vater Ueli die «Labiola»-Massnahmen in den Villiger Rebbergen seit rund zwanzig Jahren um.

«Labiola», das Programm des Kantons, setzt sich aus den Themen «Landwirtschaft – Biodiversität – Landschaft» zusammen und existiert seit 25 Jahren. Um das Jubiläum gebührend zu feiern und um der Bevölkerung zu zeigen, was das Programm für die einzelnen Landwirtschaftsbetriebe bedeutet, wurden durchs ganze Jahr verschiedene Betriebe besichtigt.

Peter Schödler setzt gemeinsam mit Sohn Mario und Vater Ueli die «Labiola»-Massnahmen in den Villiger Rebbergen «Gugele», «Schlossberg» und «Steinbruch» seit rund zwanzig Jahren um. Nebst Peter Schödler führten auch Verena Doppler von der «Agrofutura» und Anna Hoyer vom Jurapark Aargau durch den Rebberg und erklärten, was es alles braucht, damit der Rebberg als Lebensraum für Tiere und Pflanzen möglich ist.

Erster Halt bei den «Römern»

So versammelten sich am Sonntagmorgen kurz vor 11 Uhr rund 30 Personen auf dem Parkplatz bei der «Trotte». Die meisten hatten die Wanderschuhe geschnürt, andere Mützen und Handschuhe montiert, denn der zähe Nebel wollte sich nicht lichten. Die Kinder rannten voraus, der Rebberg «Gugele» wurde zum Ziel erklärt. Nach der ersten Steigung wurde beim «Römerrebberg» Halt gemacht. Hier konnte man sehen, auf welche verschiedenen Arten die Römer Wein anbauten. Gemäss Anna Hoyer wandten die Römer die Pergola an, versuchten aber auch über den sogenannten Bockschnitt, wo die Reben am Boden nachgezogen werden, Trauben zu produzieren.

Weiter gings zum Punkt «schöne Aussicht», diese war allerdings nur zu erahnen. Verena Doppler, die bei Agrofutura Bauern im Bereich «Labiola» berät, zeigte Luftaufnahmen. «Das Ganze ist natürlich strukturiert, Flächen sollten vernetzt werden, damit Tiere sich auch auf anderen Plätzen niederlassen.» Eine der umgesetzten Massnahmen ist die Steinlinse für verschiedene Eidechsenarten im Rebberg. Steinblöcke liegen auf einer Länge von rund zehn Metern da, ein idealer Winterplatz für die Eidechsen. «Die Eidechsen befinden sich schon im Winterschlaf», erklärte Verena Doppler. Zuvor hätten sie sich das nötige Fett zugelegt und in erster Linie Insekten, Grashüpfer und Tausendfüssler gefressen. Verena Doppler zeigte auf die unterhalb angrenzende extensiv genutzte Wiese, wo ebendiese Insekten und Spinnen leben.

Änderungen waren kaum nötig

Um eine artenreiche Rebfläche zu erhalten, braucht es beispielsweise einen Asthaufen, der auch Eidechsen, Igel oder Blindschleichen als Unterschlupf dient. Ein lockeres Bord ist die ideale Fläche für den Schmetterling.

Bevor Peter Schödler die Gäste zum Apéro und Bräteln bat, stellte er seinen Betrieb vor: Nebst dem 2,7 Hektaren grossen Rebbaugebiet bewirtschaftet der Familienbetrieb unter anderem rund 60 Parzellen separat, hält im Sommer 10 bis 12 Rinder und produziert Getreide unter dem IP-Suisse-Label. Im Winter sind Forstarbeiten und Akkordholzschläge ebenso ein Marktzweig wie der Apfelverkauf und der Verkauf von Most und dem mit zehn anderen Winzern produzierten «Besserstein»-Wein. «Für das Labiola-Projekt musste ich nicht viel verändern, vieles war schon gegeben», erklärte Peter Schödler und zeigte auf das Grasbord. Was sie allerdings im «Gugele» zusätzlich gestalteten, war die Trockenmauer, die Steinlinse und das Bienenhotel.

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