Friedrich Theodor Fröhlich kam am 20. Februar 1803 in Brugg als jüngstes Kind von Emanuel und Anna Rosina Fröhlich zur Welt. Obwohl auf den Namen Friedrich Theodor getauft, verwendete er später nur noch seinen zweiten Namen Theodor.

Sein ältester Bruder Abraham (1796–1865) wurde Pfarrer, Lehrer und Schriftsteller und sein zweiter Bruder Hans Rudolf (1801–1855) war als Ingenieur im Ausland tätig. Seine Schwester Katharina (1798–1850) heiratete den Lehrer und Pfarrer Friedrich Stäblin. Theodor Fröhlich entstammte einer verzweigten Familiendynastie.

Sein Vater Emanuel (1769–1848) übte zunächst der Familientradition entsprechend das Gerberhandwerk aus, bevor er Zolleinnehmer und 1806 Lehrer an der Lateinschule wurde. Der Öffentlichkeit diente er als Stadtrat und als Grossrat.

Eltern hatten andere Erwartung

Theodor Fröhlich vertonte bereits als Fünfzehnjähriger ein Gedicht von Hölty als einstimmiges Lied mit Klavierbegleitung. Nach dem Abschluss der obligatorischen Schule in Brugg schickte sein Vater den 17-Jährigen nach Zürich ans Gymnasium (Collegium Humanitatis). Fröhlich nahm dort an den wöchentlichen Chorproben in Hans Georg Nägelis Singinstitut teil, dessen musikpädagogische Ansichten ihn stark prägten. Im Herbst 1822 schrieb er sich an der Universität Basel ein.

Es scheint der Wunsch der Eltern gewesen zu sein, dass er Recht studierte, da ihm dies ein sicheres Auskommen garantieren würde als die Musik. In Basel ist Fröhlich jedoch nicht in der entsprechenden Fakultät immatrikuliert gewesen, sodass er sich in der Stadt am Rhein hauptsächlich der Musik gewidmet haben dürfte. 1823/24 war er ein erstes Mal in Berlin – offiziell, um sein Rechtsstudium zu vertiefen.

Seine Manuskripte belegen aber ein reichhaltiges Schaffen als Komponist. Die Spannung zwischen seiner Neigung zur Musik und den Erwartungen seiner Eltern hinsichtlich seiner beruflichen Zukunft liessen ihn erkranken, sodass er im Sommer 1824 nach Brugg zurückkehren musste.

Während er sich in seiner Heimatstadt erholte, schuf er mehrere Kompositionen und bildete sich musikalisch beim Aarauer Seminarmusiklehrer Michale Traugott Pfeiffer weiter. Ende 1825 bewilligte die Aargauer Regierung ein Stipendium, damit sich Fröhlich in Berlin der musikalischen Weiterbildung widmen konnte. Wichtig waren dabei auch die Kontakte, die sich ergaben, so beispielsweise zum sechs Jahre jüngeren Felix Mendelssohn Bartholdy.

Dank Bruder zur Anstellung

1830 kehrte Fröhlich in die Schweiz zurück und liess sich in Aarau nieder. Seine Hoffnung, an der Kantonsschule eine gute Stelle zu erhalten, zerschlug sich rasch, und er musste als Privatlehrer arbeiten.

Sein Bruder Abraham wirkte in jener Zeit an der Kantonsschule Aarau und richtete auf eigene Initiative eine «Sangschule» ein. Anfang 1831 beantragte er bei der Regierung, dass diese seinem Bruder zu übertragen sei. Theodor Fröhlich fasste in einem Schreiben seine Konzeption für den Musikunterricht zusammen, die er mit «Tonkünstler» unterzeichnete.

Er erhielt die Anstellung mit einem kleinen Pensum und stand vor der Aufgabe den darniederliegenden Musikunterricht wieder zu beleben. 1835 schaffte er die Wiederwahl, während sein Bruder aus politischen Gründen nicht wieder gewählt wurde. Theodor Fröhlich hatte nur ein kleines Pensum an der Kantonsschule inne, doch konnte er im Herbst 1831 Ida von Klitzing heiraten.

Dem Paar wurde im Sommer 1833 ein Töchterchen geschenkt. Ein weiteres Kind verstarb 1835 bei der Geburt. Um seine Familie über die Runde zu bringen, musste er an weiteren Schulen kleine Pensen übernehmen und Privatunterricht erteilen, was ihn wenig erfreute, da er viel lieber komponierte. Seine Musik war jedoch dem damaligen Zeitgeist in der Schweiz voraus. Fehlende Anerkennung und private Schwierigkeiten setzten Fröhlich zu und am 16. Oktober suchte er in Aarau den Freitod.

Zwischen Brugg und Lauffohr wurde über eine Woche später sein Leichnam aus der Aare gezogen und in Brugg begraben. Fröhlichs Werk blieb jahrzehntelang ungeachtet, doch gilt er heute als bedeutendster Schweizer Komponist der Frühromantik.

*Titus J. Meier ist Historiker in Brugg.