Windisch
Der Treffpunkt Integration ist für das nächste Jahr gesichert

Weil die Gemeinde Birr den Projekt-Beitrag nicht gesprochen hat, musste dieses anderswo beschafft werden. Noch fehlen 2000 Franken.

Janine Müller
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Christoph Haefeli, SP-Gemeinderat Windisch

Christoph Haefeli, SP-Gemeinderat Windisch

Merlin Photography Ltd.;zvg;

An der Windischer Budget-Einwohnerratssitzung im Oktober wurde bekannt: Die Gemeinde Birr zahlt für das Jahr 2017 die 15 000 Franken für den Treffpunkt Integration nicht mehr.

«Birr hat uns überraschend Ende Juni mitgeteilt, dass sie ihren Beitrag ab 2017 sistieren müssen, da sie im Budget grosse Einsparungen machen mussten», sagt der zuständige Windischer Gemeinderat Christoph Haefeli. «Mit den bezogenen Leistungen des Treffpunkts Integration waren sie hingegen zufrieden.»

Nicht sofort informierte der SP-Gemeinderat Christoph Haefeli den Windischer Einwohnerrat über die aktuelle Situation. «Wir wollten zuerst unsere Möglichkeiten ausloten und erst informieren, wenn wir anderweitige Beiträge zugesichert hatten. An der Budget-Einwohnerratssitzung war dies der Fall», erklärt Haefeli.

Für die Gemeinde Windisch war es enorm wichtig, dass das Geld anderweitig zusammengekommen ist. Denn Windisch ist die Leitgemeinde und erstellt das Bruttobudget. Entsprechend fallen fehlende Einnahmen auf Windisch zurück.

«Die akzeptablen Kosten für Windisch liegen bei 25 000 bis 30 000 Franken», führt Haefeli aus. Dies entspreche auch den Leistungen, die Windisch selber vom Treffpunkt Integration beziehe. «Ohne Füllung der Lücke wäre der Treffpunkt Integration politisch für Windisch nicht mehr tragbar», betont er.

Kirchgemeinden springen ein

Und so machte sich Christoph Haefeli mit Unterstützung der Windischer Verwaltung (der Treffpunkt Integration ist beim Sozialdienst angegliedert) auf die Suche nach Geldgebern, die für Birr in die Bresche springen.

Dies gestaltete sich nicht einfach. «Wir sahen keine Chance, dass andere Gemeinden kurzfristig und mit namhaften Beträgen in die Bresche springen würden», sagt Haefeli. «Wir wendeten uns mit einem Antragsschreiben an Kirchen und Institutionen mit ‹sozialen Kässeli›.»

Bis jetzt hat Christoph Haefeli 13 000 Franken zusammenbekommen. Entsprechend fehlen noch 2000 Franken. Immerhin: An der Budget-Einwohnerratssitzung waren es 4000 Franken, die noch fehlten.

«Drei bis vier Anfragen sind noch am Laufen», sagt Christoph Haefeli. Eingesprungen sind die katholische Kirchgemeinde Brugg, die reformierte Kirchgemeinde Windisch und die reformierte Kirchgemeinde Brugg sowie ein privater Spender.

Weiterführung wird diskutiert

Am Treffpunkt Integration beteiligen sich der Kanton Aargau (60 Prozent der Lohnkosten für die 50-Prozent-Stelle plus Beiträge für kleinere Projekte), die Stadt Brugg (25 000 Franken) und die Leitgemeinde Windisch (25 000 bis 27 000 Franken). Kleinere Gemeinden bezahlen nur, wenn sie tatsächlich Leistungen beziehen.

Sollten die 2000 Franken nicht aufgebracht werden können, wäre dies eine Unschärfe im Budget, die gemäss Haefeli vernachlässigbar wäre. «Für Windisch würden Nettokosten wie geplant zwischen 25 000 und 27 000 Franken entstehen», ergänzt er.

Die Finanzierung für das Jahr 2017 dürfte also gesichert sein. Anders sieht es für das Jahr 2018 aus. «2017 muss über die Weiterführung neu diskutiert werden», sagt Haefeli. «Sowohl konzeptionell als auch finanziell muss über die Bücher gegangen werden.» Die Hauptunterstützung durch das kantonale Amt für Migration und Integration sei noch nicht gesichert.

Mitentscheidend sei auch die Mitträgerschaft von Brugg und anderen Gemeinden. «Da werden neue Verhandlungen nötig sein», meint Haefeli. «Ziel wird es sein, den Treffpunkt Integration weiterführen zu können.» Dies sei sinnvoll, weil der Treffpunkt wertvolle Integrationsarbeit leiste.

«Die Hauptdienstleistung sind Beratungsbesuche in Familien mit Migrationshintergrund durch Vernetzerinnen in deren Muttersprache. So können niederschwellig viele alltägliche und vor allem auch schulische Dinge erklärt und beigebracht werden», führt Haefeli aus.

«Der Erfolg durch positive Rückmeldungen aus den Schulen gibt uns recht.» Somit dürfe der Treffpunkt Integration nicht sterben. Die Integrationsaufgaben würden in Zukunft nicht ausgehen.