Brugg
Der Traum von der Eisenbahn wird für kurze Zeit wahr

Schienen zusammen stecken, Bahnhöfe bauen, Weichen stellen: Nicht nur kleine Besucher sind fasziniert vom offenen «Modelleisenbähnle».

Barbara Vogt
Merken
Drucken
Teilen
Massstab 1:220. Heinz Trachsel (stehend) erklärt, wie die Modelleisenbahn funktioniert. fotos: barbara vogt

Massstab 1:220. Heinz Trachsel (stehend) erklärt, wie die Modelleisenbahn funktioniert. fotos: barbara vogt

Am Dreikönigsnachmittag herrscht Aufregung: Kurz vor dem Bahnhof Brugg, genauer gesagt im Berufs- und Weiterbildungszentrum (BWZ), sind zwei Züge zusammengestossen. Ein Knirps war unachtsam und hat vergessen, die Weichen zu stellen. «Das het tätscht», sagt er und seufzt wohlig.

Immer in Bewegung ist an diesem Nachmittag auch Heinz Trachsel, einer der Betreiber des offenen «Eisenbähnle». Die vielen Kinder stellen ihm zwischen den Gleisen und auf den Bahnhöfen allerhand auf den Kopf. Da entgleist eine Dampfloki, da fährt ein Zug Richtung Basel auf dem falschen Gleis. Er lacht: «Hauptsache, es macht den Besuchern Spass.»

Er erinnert sich an seine Jugend; stundenlang haben er und seine Kollegen «gisebähnlet». Das ist ein Grund, wieso er und andere Leute aus Brugg zwischen Weihnachten und Neujahr in einem Raum Modelleisenbahnen aufstellen und für alle zugänglich machen. «Wir wollen, dass die Kinder gemeinsam spielen. Das fördert die Teambildung.

Nebst Herzblut brauchts beim Eisenbähnle Verstand», findet Heinz Trachsel: «Man kann nicht einfach drauflosfahren, sondern muss wissen, wie eine Anlage funktioniert oder was der Lokführer überhaupt tut. So lernen die Betreiber, Verantwortung zu übernehmen.» Die Erwachsenen scheinen ebenfalls ihren Spass zu haben an den Modelleisenbahnen. Im Spielfieber rügt ein Familienvater seinen Sohn alias Lokführer: «Stopp. Da ist ein Bahnhof, bestimmt will jemand einsteigen.» Bis Samstag, 8. Januar, 24 Uhr, können sich Jung und Alt einen Traum erfüllen und im BWZ «isebähnle».