Brugg
Der Tag der Liebe fordert Kreativität der Floristen

Für die Blumengeschäfte bedeutet der Valentinstag zusätzliche Arbeit. Denn die verliebte Kundschaft schätzt originelle Ideen.

Selina Mosimann
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Isabelle Keller ist Geschäftsführerin des «Amaryllis». Der erste Strauss Rosen ist bereits angerichtet.Selina Mosimann

Isabelle Keller ist Geschäftsführerin des «Amaryllis». Der erste Strauss Rosen ist bereits angerichtet.Selina Mosimann

Selina Mosimann

Sobald der Valentinstag vor der Türe steht, läuft das Blumengeschäft auf Hochtouren. Auf der ganzen Welt steigt die Nachfrage nach Blumen an und es werden Millionen von roten Rosen extra für diesen Tag gezüchtet. Obwohl in der Schweiz der Tag der Liebe noch nicht ganz so eine grosse Auswirkung auf die Wirtschaft hat wie in Amerika, müssen sich die Blumengeschäfte speziell vorbereiten. Besonders unter jungen Leuten nimmt die Bedeutung des Valentinstags immer mehr zu. Damit die Blumenverkäufer am Samstag für den Ansturm der Verliebten gewappnet sind, muss einiges beachtet werden.

Leute greifen tiefer in die Tasche

Beim «Blueme Kari» in Brugg wird schon am Donnerstag mit dem Schneiden von Grünzeug gestartet. Die vielen Herzli aus Filz wurden bereits in der vergangenen Woche gebastelt. Obwohl für die Mitarbeiter in der Zeit vor dem Valentinstag längere Arbeitszeiten anstehen, sehen das alle positiv. Désirée Schnyder vom «Blueme Kari» sagt: «Aus floristischer Sicht ist der Valentinstag besonders schön. Kreativität ist gefragt und viele Leute sind gewillt, für gute Qualität tiefer in die Tasche zu greifen, um ihren Liebsten eine Freude zu bereiten.» Es sei eigentlich schade, dass dies nicht das ganze Jahr hindurch der Fall wäre, fügt sie hinzu. Der Wert der Blumen gehe allgemein runter, die Kunden möchten wenig ausgeben und dafür viel erhalten.

Auch Isabelle Keller vom «Amaryllis» Blumengeschäft in Brugg sieht dem Valentinstag mit Freude entgegen: «Wir erhalten laufend Bestellungen und können so etwa einschätzen, was auf uns zukommt. Während an einem normalen Tag ungefähr 80 Rosen verkauft werden, können es am Valentinstag schon 500 sein.» Für den Freitagabend kommen Aushilfen zum Einsatz, damit der zusätzliche Aufwand pünktlich gemeistert werden kann. Gemäss Isabelle Keller lohnt sich der Aufwand. Allerdings spüre man auch das veränderte Konsumverhalten der Kunden. «Früher war die rote Rose der Klassiker am Valentinstag. Heute werden vermehrt auch Schokolade, Champagner oder Parfüms geschenkt.» Dies bestätigt auch Désireé Schnyder: «Die roten Rosen sind längst nicht mehr gleich beliebt wie in vergangenen Jahren.»

Der weltweite Hype um den Valentinstag schlägt sich auch im Preis der Blumen nieder. Für die roten Rosen müssen die Geschäfte gut das Doppelte der sonst üblichen Bestellkosten kalkulieren. Beim «Amaryllis» sowie beim «Blueme Kari» heisst es aber: «Wir achten sehr darauf, dass wir dieselbe Marge dem Kunden verrechnen wie an normalen Tagen. Das alles sollte noch im menschlichen Rahmen bleiben.»

Kein Verkauf? Kein Problem!

Und was passiert eigentlich mit den Rosen, die nicht verkauft werden können? Da der Valentinstag dieses Jahr auf einen Samstag fällt, bleibt der Verkauf am Folgetag aus. Alternativen gibt es trotzdem: «Die Rosen können für Gestecke und Kränze verwendet werden. Zudem dienen die Rosenblätter wunderbar als Dekoration», sagt Désireé Schnyder. Auch für Beerdigungen und spezielle Events können Blumen, die nicht mehr ganz so frisch sind, gut gebraucht werden. Den Weg in den Abfall werden somit nur wenige Rosen finden.

Etwas ganz Besonderes hat sich das Gartencenter Zulauf in Schinznach-Dorf ausgedacht: Um dem Strauss Rosen das gewisse Extra zu verleihen, lädt das Baumschulhaus-Café zum Valentinstag-Dinner ein. Im Kerzenschein und umgeben vom Duft der Rosenblätter dürfen die verliebten Paare ein 5-Gang Menü der speziellen Art geniessen. Passend zum romantischen Ambiente werden die Besucher mit einem Liebestrunk und erlesenen Speisen verführt. Der bereits ausgebuchte Anlass findet dieses Jahr zum ersten Mal statt und die Organisatoren freuen sich über die grosse Resonanz.

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