Die Velos hängen an den Wänden, die verschiedenen Kantonsfahnen sind auf den Tischen platziert. Die Gäste in der vollbesetzten Turnhalle erwartet eine Tour durch die Schweiz – oder eben eine «Turn de Suisse».

Doch nicht nur die Sportlerinnen und Sportler haben zu tun, auch die Gäste müssen mitmachen. Gesucht wird der beste Kanton der Schweiz: Lautstark johlen und klatschen die Gäste, wenn «ihr» Kanton erwähnt wird.

Allerhand Typisches und Klischees werden den einzelnen Nummern beigemischt: Die urchigen Appenzeller ziehen ihre Trampolinnummer samt Zigarillo im Mund und kleiner, goldener Kelle am Ohr durch. Die Kinder des Muki-Turnens tanzen zum Globi- und Wilhelm-Tell-Lied und vollführen Handstände mithilfe der Mütter. Die kleine Jugi bringt als St. Gallen gar die Olma nach Remigen und vollführt ihr Säulirennen.

«Rony Tominger» ist auch dabei

Der frühere Radrennstar «Rony Tominger» tauchte im eigens für die Show gedrehten Film auf und entführte die Gäste an die verschiedensten Orte der Schweiz. Zwar musste er auf ein selbst zusammengeschraubtes Ikea-Velo zurückgreifen, doch dies tat seiner Abenteuerlust keinen Abbruch.

Beeindruckend war, dass jede Nummer mit diversen Details ausgeschmückt wurde: So traten die Bauarbeiterinnen am Gotthard in kurzen orangen Hosen und mit Bauhelm auf. Mit Perücke, Kostüm, Hut und Handtasche tanzte die Frauenriege ihren rassigen Rollatorentanz und wurde prompt herausgeklatscht.

Als Zürcher Zünfter traten auch die Männer standesgemäss auf: Im Frack, mit Zylinder und weissen Handschuhen ritten die Männer auf ihren Steckenpferden um den «Böögg» herum. Den obligaten «Chlapf» gabs mit Konfetti verziert. Witzig war auch das Schattenspiel der grossen Jugi sowie der «Strumpfhosentanz» in den Freiburger Kantonsfarben.

Der Aargau siegt

Den Preis für den besten Kanton, in Form eines goldenen Steinbocks, ergatterten sich schliesslich die Aargauer. Mit Turnübungen aus früheren Tagen, im Takt der Tambourinschläge, leiteten die Remiger zum Highlight dieses Jahres über: vom 22. bis 24. Juni findet das Turnfest auf dem Gebiet «Im Büehl» in Remigen statt, wo rund 3500 Turnerinnen und Turner erwartet werden. Bereits 1968 war Remigen Austragungsort eines Turnfestes.

Impressionen aus dieser Zeit wurden heutigen Bedingungen gegenübergestellt. OK-Präsident Erik Wernli wies daraufhin, dass noch einige Helferposten besetzt werden könnten: «Es hat bestimmt für jeden etwas dabei», erklärte er.

Turnshow «Turn de Suisse»: Noch einmal am Samstag, 13. Januar, 20.15 Uhr, Turnhalle Remigen.