Brugg
Der Sturm bringt in Brugg sogar Stadtratskandidaten zu Fall

Kein Orkan zwar, aber eben doch ein Sturm: Er brachte am Mittwoch in Brugg Wahlplakate und Pflanzenkübel zu Fall – er liess Blätter wirbeln und brachte Äste zum Tanzen.

Elisabeth Feller
Drucken
Teilen
Umgestürzt: Am Boden liegt das Wahlplakat mit der Brugger Stadträtin Andrea Metzler und dem SP-Mann Willi Däpp. EF.

Umgestürzt: Am Boden liegt das Wahlplakat mit der Brugger Stadträtin Andrea Metzler und dem SP-Mann Willi Däpp. EF.

Elisabeth Feller

Mittwochmorgen, 7.30 Uhr, Bahnhof Brugg. Der Wind bläst seine Backen auf. Ergo muss die Pendlerin sich gar nicht erst bemühen, ins Mausloch hinunterzusteigen – sie wird förmlich nach unten getrieben.

Wieder an der Oberfläche, beim Neumarkt, ist der Sturm noch immer ungebremst in seinem Element. Blätter wirbeln und tanzen über den Boden, Äste liegen allerorten verstreut – selbst grosse Pflanzenkübel haben ihren Widerstand gegen die Natur aufgegeben.

Beim Parkhaus Eisi will der Wind sogar dem robusten Kiosk an den Kragen gehen. Die Zeitungsaushänge flattern heftig, Tabakdosen klappern geräuschvoll auf ihren luftigen Plätzen, Schoggistengeli sind in ihren Behältern kaum mehr zu halten. Wenn bloss die Lose nicht in alle Winde verstreut werden, denkt die Pendlerin: Was wäre die Welt ohne sie und ihre millionenschweren Glücksverheissungen?

Mehrmals im Jahr

Neben dem Kiosk liegt ein Wahlplakat mit Konterfeis von Stadträtin Andrea Metzler und dem kandidierenden SP-Mann Willi Däpp auf dem Boden. Der Sturm hat eben keine Kinderstube. Was der Pendlerin wie ein Orkan vorkommt, ist für Roger Brogli, Abteilungsleiter beim Werkdienst, nichts Aussergewöhnliches.

«Nein», winkt er auf eine diesbezügliche Frage ab, «eine Besonderheit ist dieser Sturm nicht. Einen solchen haben wir einige Male im Jahr.» Gleichwohl hält der jüngste zwei Mann des Brugger Werkdienstes einen ganzen Tag mit Aufräumarbeiten auf Trab.

Selbstverständlich sind Maschinen im Einsatz, doch es ist auch anderes gefragt – Handarbeit. «Die Äste müssen wir ‹chneble›», sagt Roger Brogli und präzisiert: «Das heisst: Wir müssen sie zusammenlesen, denn die passen nicht in die Waschmaschine.»

Wie bitte? Äste werden gewaschen? Nein. Die Waschmaschine hat Wischer. Dass Äste bei ihr nichts zu sagen haben, leuchtet ein. Was passiert mit dem eingesammelten Holz? Dieses wird als Grüngut nach Villnachern gebracht und dort kompostiert. So hat der Sturm sein Gutes.

Aktuelle Nachrichten