«Die Photovoltaik ist in Riniken schon vor Fukushima ein Thema geworden», erklärt Gemeindeschreiber Jörg Hunn zum Baugesuch für die Anlage auf dem Dach der Turnhalle. Im Dezember des vergangenen Jahres war die Gemeindeversammlung denn auch einem Antrag des Gemeinderates gefolgt und hatte einen Kredit für eine Photovoltaikanlage bewilligt. Das, nachdem der Vorstand der Elektrizitätsgenossenschaft Riniken (EGR) das Interesse an einer hälftigen Beteiligung an den Erstellungskosten der Anlage von insgesamt 154000 Franken signalisiert hatte.

Der EGR-Vorstand hatte sich zudem bereit erklärt, den Strom zu einem marktüblichen Preis abzunehmen. Nachdem auch die Generalversammlung der EGR dem Vorhaben zugestimmt hatte, konnte das Baugesuchsverfahren gestartet werden. Wie Jörg Hunn sagt, geht man davon aus, dass die Anlage im Sommer erstellt werden kann.

Kleiner, aber wichtiger Beitrag

Vorgesehen sind fünf Bahnen mit Solarpaneelen, die insgesamt eine Fläche von 165 Quadratmetern aufweisen. Bei einer Leistung pro Modul von 29,67 Kilowatt peak (kWp) wird die jährliche Leistung der Anlage rund 29 000 kWh betragen. «Mit dieser Menge lässt sich der durchschnittliche Strombedarf von sieben Einfamilienhäusern oder nahezu der Zweijahresverbrauch der ganzen Schulanlage decken», hatte der Gemeinderat in der Botschaft an die Gemeindeversammlung ausgeführt. «Zugegeben, es ist ein Tropfen auf dem heissen Stein, aber trotzdem ein kleiner Beitrag an eine umweltfreundliche Stromproduktion.»

Der Gemeinderat hat die Anlage auch bereits bei der nationalen Netzgesellschaft Swissgrid angemeldet, die für die Abwicklung der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) zuständig ist. Aufgrund des Vergütungstarifes von 53,3 Rappen pro Kilowattstunde (Stand 2010) kann eine Einspeisevergütung von rund 15 500 Franken pro Jahr erwartet werden. Auch wenn bei der Vergütungsdauer möglicherweise nicht das Maximum von 25 Jahren erreicht werden kann, und der Vergütungssatz allenfalls gesenkt werden sollte, wird die Investition, wie das der Gemeinderat festgestellt hat, «für die Gemeinde kein Verlustgeschäft sein.»

Die Gemeinde als Vorbild

Man will aber auch, wie Jörg Hunn erklärt, mit der Photovoltaikanlage auf dem Turnhallendach eine Vorbildfunktion übernehmen. Offensichtlich mit Erfolg. «Inzwischen sind in Riniken drei Objekte nachgerüstet und drei neue Photovoltaikanlagen bewilligt worden», sagt Jörg Hunn. «Und bereits liegt wieder eine Anfrage für eine Anlage, diesmal auf einem Mehrfamilienhaus, vor.»

Bleibt die Frage nach der Bewilligungspraxis für Photovoltaikanlagen. Beispiele aus anderen Gemeinden zeigen, dass solche Anlagen mit Bauordnungen kollidieren können. Insbesondere dann, wenn es um den Erhalt von Dachlandschaften geht. «In Riniken befindet sich keine der bewilligten Photovoltaikanlagen in der Dorfzone», sagt Jörg Hunn. «Aber eines Tages wird sicher der Fall eintreten, dass der Gemeinderat einen Entscheid wird fällen müssen.»